Laatzen. Rund 150 Gäste sind am Sonntag, 23. August 2026, der Einladung der Stadt Laatzen zum Stadtempfang in den Park der Sinne gefolgt. Bei wechselhaftem Wetter mit einigen Regen-schauern erlebten sie an der Kulturbühne ein Programm, das internationale Freundschaft, kommunales Engagement und Sport miteinander verband. Im Mittelpunkt stand die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit Roselle im US-Bundesstaat Illinois.
Der Stadtempfang bildete zugleich den Abschluss des Jubiläumsfests der Städtepartnerschaften, das von Freitag, 21. August, bis Sonntag, 23. August, im Rahmen des Fests der Sinne gefeiert wurde. Der Musikkreis Laatzen eröffnete den Empfang musikalisch und setzte zwischen den einzelnen Programmpunkten weitere Akzente.
Unter den Gästen begrüßte Bürgermeister Kai Eggert unter anderem die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck, Thomas Hermann, erster Stellvertreter des Hannoverschen Oberbürgermeisters, Olaf Kruse, Bürgermeister der Stadt, Jürgen Köhne sowie Henner Fischbach, Laatzens Bürgermeister a.D. Besonders herzlich hieß er die Gäste aus den Partnerstädten willkommen: Ehrenbürger Günter Pöchacker aus Waidhofen, Bürgermeister Nicolas Rouly aus Grand Quevilly, Bürgermeister Fred Mahro aus Guben mit Delegation so-wie Anna Kapella, stellvertretende Bürgermeisterin aus Gubin, ebenfalls mit Delegation. Außerdem begrüßte Eggert seine Allgemeine Stellvertretung Silke Pohl, Mitglieder des Rates und der Ortsräte, Mitglieder der Beiräte, Fachbereichs- und Teamleitungen der Stadtverwaltung sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Sicherheit, Sozialwesen, Infrastruktur, Vereinen, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Feuerwehr und Ehrenamt.
Städtepartnerschaften als roter Faden
Schon in seiner Begrüßung machte Kai Eggert deutlich, weshalb der Stadtempfang in diesem Jahr einen besonderen Rahmen hatte. 2026 feiern alle bestehenden städtepartnerschaftlichen Verbindungen der Stadt runde Jubiläen: 60 Jahre Partnerschaft mit Grand Quevilly, 40 Jahre mit Waidhofen an der Ybbs sowie 35 Jahre mit Guben und Gubin. „Das sind nicht ein-fach drei runde Zahlen. Dahinter stehen Jahrzehnte voller Begegnungen, Reisen, Gespräche, Vereinskontakte, Musik, Sport, gemeinsamer Erinnerungen und persönlicher Freundschaften“, betonte Eggert.
Das Jubiläumsjahr sei deshalb nicht nur an einem Tag sichtbar geworden, sondern an vielen Stellen im Stadtleben: mit französischen Chansons beim Neujahrsempfang, vier Kochabenden gemeinsam mit der Leine-Volkshochschule Laatzen gGmbH, dem Partnerschaftswochenende im August und der Pflanzung eines „Waidhofener Apfels“ auf der Obstwiese im Park der Sinne. In seiner Rede beschrieb Kai Eggert den Baum als Zeichen „für Wurzeln, die tief reichen, und für Früchte, die nur entstehen, wenn man über lange Zeit pflegt, was einem wichtig ist“.
Der Bürgermeister erinnerte außerdem an die Entstehung der Partnerschaften. Die Verbindung mit Grand Quevilly begann nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde 1966 besiegelt. „Man muss sich diese Zeit vor Augen führen: Der Krieg lag erst zwanzig Jahre zurück. Viele Wunden waren noch nicht verheilt. Und trotzdem machten sich Menschen aus Laatzen und Grand Quevilly auf den Weg zueinander“, sagte Kai Eggert. Waidhofen an der Ybbs stehe für eine Städtefreundschaft, die aus persönlichen Bindungen gewachsen sei; Guben und Gubin für den Mut, in Zeiten des Umbruchs aufeinander zuzugehen.
„Städtepartnerschaften haben nur dann einen Wert, wenn sie leben und nicht nur auf dem Papier stehen“, zitierte der Bürgermeister seinen Amtsvorgänger Horst Lecke. Genau darum gehe es bis heute: um Begegnungen, Freundschaften und Menschen, die Zeit, Herz und Energie investieren.
Zukunftsvision Laatzen 2056 und Vorstellung der neuen Recruiting-Kampagne für die Arbeitgeberin Stadt Laatzen
Neben dem Blick zurück auf die Partnerschaftsgeschichte richtete Kai Eggert den Blick nach vorn. In seiner Rede skizzierte er, wie Laatzen in 30 Jahren aussehen könnte: eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, neuen Wohnquartieren an der Hildesheimer Straße, auf dem früheren Hellux-Gelände, dem Erdbeerhof und weiteren Flächen, die heute vielleicht noch niemand im Blick habe.
Der Bürgermeister verband diese Zukunftsvision mit konkreten Fragen der Stadtentwicklung. Laatzen solle nicht nur dichter und größer werden, sondern „grüner, smarter und lebenswerter“. Er sprach über entsiegelte Flächen, Bäume anstelle aufgeheizter Asphaltflächen, Versickerungsmöglichkeiten, Schattenplätze, begrünte Dächer und Fassaden sowie Quartiere, die mit Starkregen, Hitze und Trockenheit umgehen können.
Auch die Energieversorgung nahm Kai Eggert in den Blick. Die kommunale Wärmeplanung zeige bereits heute, welche Potenziale Laatzen habe: Wärmenetze, Wärmepumpen, Photovoltaik, Geothermie und die Leine als mögliche Wärmequelle. „Das klingt vielleicht noch weit weg. Aber eigentlich beginnt diese Zukunft nicht erst 2056. Sie beginnt jetzt mit unseren Ent-scheidungen“, sagte der Bürgermeister.
Passend zu diesem Zukunftsblick stellte die Stadtverwaltung beim Stadtempfang ihre neue Recruiting-Kampagne vor. Sie wurde mit einer Agentur aus Hannover entwickelt und soll zei-gen, wofür die Stadt Laatzen als Arbeitgeberin steht: Verantwortung, Zusammenhalt und die Möglichkeit, die eigene Stadt jeden Tag mitzugestalten.
„Eine gute Stadtverwaltung ist nicht nur Verwaltung. Sie ist ein Teil davon, wie Zukunft vor Ort entsteht“, begründete Kai Eggert.
Internationale Freundschaft: Neue Städtepartnerschaft mit Roselle, USA Der zentrale Moment des Empfangs war die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit Roselle im US-Bundesstaat Illinois. Die Urkunde trug bereits die Unterschrift des Bürger-meisters von Roselle, David Pileski. Bürgermeister Kai Eggert unterzeichnete sie beim Stadtempfang nun auch für die Stadt Laatzen. Damit wurde die neue Städtepartnerschaft offiziell besiegelt.
Bereits am 27. Februar 2026 hatte der Rat der Stadt Laatzen beschlossen, diese neue Partnerschaft einzugehen. Roselle liegt westlich von Chicago. Kai Eggert zog in seiner Rede eine Verbindung zwischen beiden Städten: Roselle sei westlicher Vorort einer großen Metropole, so wie Laatzen südlich von Hannover liege und eng mit der Landeshauptstadt verbunden sei. Zwischen beiden Orten lägen fast 7.000 Kilometer Luftlinie. „Das ist eine große Entfernung. Aber Städtepartnerschaften zeigen immer wieder: Nähe entsteht nicht nur durch Kilometer. Nähe entsteht durch Interesse. Durch Menschen, die sagen: Wir wollen voneinander wissen. Wir wollen einander kennenlernen und wir wollen in Verbindung bleiben“, fuhr Bürgermeister Eggert fort.
Zur Unterzeichnung war eine sechsköpfige Delegation aus Roselle nach Laatzen gekommen, darunter auch Nicole Krause, Vorsitzende der deutschen Sektion des Partnerschafts-komitees in Roselle. „Diese Partnerschaft wird anders ausgestaltet sein als unsere bisherigen europäischen Partnerschaften“, sagte Kai Eggert. Getragen werden soll die Partnerschaft in besonderer Weise durch bürgerschaftliches Engagement, vor allem durch den Verein „Laatzen international Friendship“. „Dieser Verein hat sich ausdrücklich der Förderung und Unterstützung der Laatzener Städtepartnerschaften verschrieben. Dafür danke ich allen, die sich dort engagieren, sehr herzlich und freuen uns und sind gespannt auf die vielen angekündigten Aktivitäten.“
Abschließend wünschte Laatzens Bürgermeister der neuen Partnerschaft einen guten Anfang, viele engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer und viele persönliche Begegnun-gen. „Denn am Ende sind es immer die Menschen, die einer Städtepartnerschaft Herz und Leben geben.“
Für Roselle sprach Nicole Krause, Vorsitzende der deutschen Sektion des Partnerschafts-komitees, „diese Städtepartnerschaft ist nicht nur ein Dokument, das mit Siegeln und Unter-schriften versehen wird. Es ist ein lebendiges Versprechen. Ein Versprechen, dass wir unsere Häuser und Herzen füreinander öffnen, das wir voneinander lernen – aus unseren Erfolgen und unseren Traditionen – und dass wir den Staffelstab der internationalen Freundschaft an die nächste Generation weitergeben. […] Möge das Band zwischen Roselle und Laatzen immer enger werden und Generationen inspirieren, die nach uns kommen.“
Stadtkalender 2027 und Kochbuch „CookUP! – Städtepartnerschaftsküche“ präsentiert
Ein weiterer Programmpunkt war die Präsentation des Stadtkalenders 2027 durch Stadtarchivar Manuel Schwanse. Der Kalender erscheint in einer auf 200 Stück limitierten kleinen Auflage und zeigt historische Aufnahmen aus allen sechs Laatzener Ortsteilen. Jeweils zwei Motive stammen aus Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte, Grasdorf, Rethen, Gleidingen und Ingeln-Oesselse; das Titelbild zeigt eine Aufnahme aus Alt-Laatzen. Grundlage ist der inzwischen mehr als 6.000 beschriftete Fotos umfassende Bestand des Stadtarchivs, der auch mit Unterstützung der Ehrenamtlichen des FotoCafés Schritt für Schritt erschlossen wurde. Stadtarchivar Manuel Schwanse erklärte, ihm sei wichtig, die Bilder nicht nur im Archiv aufzubewahren, sondern sie stärker öffentlich sichtbar zu machen.
Nach der monatlichen Social-Media-Reihe „Archivfoto des Monats“ sei der Kalender ein weiterer Weg, historische Ansichten aus Laatzen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Bei der Auswahl habe das Stadtarchiv darauf geachtet, alle Ortsteile zu berücksichtigen und vor allem Motive zu zeigen, die für viele Bürgerinnen und Bürger wiedererkennbar sind, darunter Straßenzüge und Gebäude. Personen sind auf den Fotos gar nicht oder nur beiläufig zu sehen. Der Stadtkalender kostet 10 Euro und ist ab sofort an der Information im Rathaus erhältlich. Die Bezahlung ist ausschließlich bar möglich. Erste Kalender sind bereits nach dem Stadtempfang verkauft worden.
Außerdem wurde das Kochbuch „CookUP! – Städtepartnerschaftsküche“ gemeinsam mit den teilnehmenden Akteurinnen und Akteuren vorgestellt. Es ist aus vier Kochabenden entstanden, die die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Leine-Volkshochschule Laatzen und Bürgerinnen und Bürgern in der Lehrküche der Albert-Einstein-Schule durchgeführt hatte. An vier Abenden kochten jeweils zehn Teilnehmende unter Anleitung einer Kochdozentin bzw. einem Koch Gerichte aus den Partnerstädten und ihren Ländern nach und kamen bei der kulinarischen Reise miteinander ins Gespräch.
Grußworte aus den Partnerstädten
Ehrenbürger Günter Pöchhacker aus Waidhofen an der Ybbs, Gubens Bürgermeister Fred Mahro und Bürgermeister Nicolas Rouly aus Grand-Quevilly überbrachten ebenso wie Anna Kapela, stellvertretende Bürgermeisterin aus Gubin, Grüße aus den Partnerstädten. Alle betonten die guten Kontakte zwischen den Städten, die bereits seit so vielen Jahren mit Leben gefüllt werden. Anna Kapela aus Polen bedanke sich für die langjährige Freundschaft und wünschte sich, dass diese auch in den kommenden Jahren weiterwachsen werde. Und Nicolas Rouly nahm Bezug auf Bürgermeister Tony Larue, der 1966 Bezug die französisch-deutschen Partnerschaft gründete: „Für Tony Larue sollten die Städtepartnerschaften Europa und den Frieden festigen, indem sie die Freundschaft zwischen den Völkern lebendig hielten.“
Sportlerehrung: Bürgermeister Kai Eggert ehrt Cheerleaderinnen der Volcanos des BSV „Hannovera“ Gleidingen e.V.
Bürgermeister Kai Eggert würdigte zudem wieder herausragende sportliche Leistungen. In diesem Jahr folgte die Stadt dem Vorschlag, die Volcanos des BSV „Hannovera“ Gleidingen e.V. zu ehren. 24 Cheerleaderinnen im Alter von 11 bis 15 Jahren hatten sich 2024 in Lemgo für die World Class Championships im kalifornischen Ontario qualifiziert und vertraten Laatzen im Februar 2026 auf internationaler Bühne.
Der Bürgermeister hob nicht nur die sportliche Leistung der Gruppe hervor, sondern auch den Einsatz, der die Reise möglich gemacht hatte. Ein Jahr lang sammelten die Sportlerinnen mit ihrem Trainerteam um Azin Meyer und ihren Familien Spenden, organisierten Aktionen, backten Kuchen und bereiteten unzählige Mettbrötchen vor. „Ich finde, dieses Engagement verdient ebenso großen Respekt wie die sportliche Leistung selbst“, hob Kai Eggert hervor.
Der BSV Gleidingen gründete die Cheerleading-Sparte erst vor wenigen Jahren. Inzwischen üben dort mehr als 100 Cheerleader ab fünf Jahren den Teamsport aus, der Akrobatik, Bodenturnen und Tanz verbindet. „Liebe Volcanos, ihr seid großartige Botschafterinnen für Laatzen. Zu dieser besonderen Leistung gratulieren wir euch ganz herzlich“, so Bürgermeister Eggert.
Neuzugezogene wurden offiziell begrüßt
Zum Abschluss des Programms nutzte die Stadt Laatzen auf Initiative des Fachbereichs Soziales den Stadtempfang, um Neuzugezogene offiziell willkommen zu heißen. Eingeladen waren Bürgerinnen und Bürger mit neuem Wohnsitz in Laatzen. Sechs Neuzugezogene folgten der Einladung und machten nach Aufforderung des Bürgermeisters per Handzeichen auf den Rängen auf sich aufmerksam. Im Anschluss wurden sie durch Abfrage des Wohnquartiers mit anderen anwesenden Bewohnern verknüpft.
Kai Eggert machte deutlich, dass die neuen Einwohnerinnen und Einwohner mehr mitbringen als eine neue Adresse. „Jede und jeder von Ihnen bringt eigene Erfahrungen, Ideen, Lebens-geschichten und Perspektiven mit. Genau das macht eine Stadt lebendig und zukunftsfähig“, sagte er.
„Ich wünsche Ihnen, dass Sie hier nicht nur eine Wohnung oder ein Haus gefunden haben, sondern schnell ein Zuhause daraus machen“, so Kai Eggert, bevor er im Namen von Rat und Verwaltung sowie persönlich die neuen Einwohnerinnen und Einwohner willkommen hieß.
Abschluss
Mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten und die zahlreichen Gäste endete der Stadt-empfang gegen 13:00 Uhr. Anschließend setzte sich das Fest der Sinne fort.

