Barsinghausen. Der Garten hinter dem Evangelischen Hospiz in Barsinghausen soll endlich zu einem Ort werden, den Gäste und ihre Angehörigen nutzen können. Die Pläne für die Neugestaltung liegen inzwischen vor, auch Spendenmittel für die geplanten Wege stehen zur Verfügung. Was derzeit noch fehlt, ist ein Unternehmen, das die Arbeiten fachgerecht umsetzen kann.
Das Evangelische Hospiz wurde am 1. September 2023 offiziell eröffnet. Nach der Renovierung des Gebäudes wurde 2024 bereits das Gestrüpp auf dem rund 800 bis 1.000 Quadratmeter großen Gartengrundstück hinter dem Haus entfernt. Der eigentliche Umbau des Gartens steht allerdings noch aus.
Vom verwilderten Obstgarten zum Aufenthaltsort
Das Gelände wurde früher als Obstgarten und Ruhestätte genutzt, verwilderte jedoch im Laufe der Jahre. Nun soll daraus ein naturnaher und möglichst barrierearmer Garten werden. Besonders wichtig ist den Verantwortlichen, dass auch Hospizgäste, die nicht mehr selbstständig laufen können, den Außenbereich nutzen können.
Geplant sind entsprechend befestigte Wege, die auch mit Rollstühlen und Krankenbetten befahren werden können. Steigungen und Unebenheiten des teilweise schwierigen Geländes müssen dabei berücksichtigt werden.
„Wir hatten schon Landschaftsarchitekturstudenten hier, die alles erkundet haben“, berichtete Hanna Röwer, Psychologin und stellvertretende Leitung des Hospizes, bereits bei den ersten Planungen. Auf dem Gelände wurden unter anderem zahlreiche Steine aus dem Bergbau entdeckt, die früher als Gestaltungselemente genutzt wurden. Auch eine alte Steintreppe ist noch vorhanden, kann derzeit allerdings nicht genutzt werden, ohne sie aufwendig herzurichten.
Pflanzen sollen auch vom Bett aus erlebbar sein
Bei der Gestaltung geht es nicht allein um möglichst ebene Wege. Auch die Bepflanzung soll auf die Bedürfnisse der Hospizgäste abgestimmt werden.
„Wir haben überlegt, dass viele Pflanzen auf Augenhöhe für Gäste im Rollstuhl oder Bett sein sollten, um die Natur genießen zu können, denn das ist ein häufig geäußerter Wunsch unserer Gäste“, erklärte Röwer.
Vorgesehen sind unter anderem Stauden und Büsche, die auch in den grauen Jahreszeiten für einen schönen Ausblick sorgen. Zudem ist ein Springbrunnen geplant. Auf zusätzliche Beleuchtung am Übergang zum Wald soll dagegen verzichtet werden, um eine weitere Lichtverschmutzung zu vermeiden.
Garten soll auch Rückzugsort für Angehörige werden
Der Garten soll nicht nur den Hospizgästen offenstehen. Auch Angehörige sollen dort einen ruhigen Ort finden, an dem sie sich zurückziehen und kurz Abstand gewinnen können.
Direkt hinter dem Garten beginnt der Wald. Vögel und die natürliche Umgebung sollen Teil der Atmosphäre des neuen Gartens werden. Gleichzeitig soll die Gestaltung so angelegt sein, dass der Pflegeaufwand langfristig überschaubar bleibt. Die ehrenamtliche Gartengruppe des Hospizes soll den Außenbereich auch künftig pflegen können.
Jetzt wird dringend ein Unternehmen gesucht
Inzwischen sind die Planungen einen entscheidenden Schritt weiter. Gesucht wird nun ein Unternehmen, das die geplanten Arbeiten tatsächlich ausführt.
„Wir suchen noch händeringend nach einem Unternehmen, das die Pläne umsetzen will“, sagt Hanna Röwer. Bislang habe das Hospiz bei Anfragen unterschiedliche Absagen erhalten: „Bisher hieß es immer: ,Zu groß für uns‘ oder ,zu klein für uns‘.“
Dabei sind wichtige Voraussetzungen bereits geschaffen. Für die Wege stehen nach Angaben des Hospizes Spendenmittel zur Verfügung. Eine bereits erhaltene Großspende soll insbesondere für diesen Bereich eingesetzt werden. Weitere Arbeiten und die Bepflanzung sollen teilweise mit Unterstützung von Ehrenamtlichen umgesetzt werden.
Nun fehlt vor allem ein Fachbetrieb, der sich der Umsetzung der Wege und der dafür notwendigen Arbeiten im Gelände annimmt.
Aufruf an Garten- und Landschaftsbauer
Das Evangelische Hospiz richtet deshalb einen konkreten Aufruf an Unternehmen aus der Region: Wer kann sich vorstellen, die geplante Neugestaltung des Hospizgartens fachgerecht umzusetzen?
Gesucht wird ein Betrieb, der die besonderen Anforderungen des Geländes und die Bedürfnisse der Hospizgäste berücksichtigt und gemeinsam mit dem Hospiz die vorhandenen Pläne in die Tat umsetzen kann.
Auch für die weitere Gestaltung und Bepflanzung sind Spenden willkommen. Das Ziel ist ein Garten, der den Gästen möglichst viel Naturerlebnis und Aufenthaltsqualität bietet, ohne hohe laufende Pflege- und Folgekosten zu verursachen.
Die Pläne sind vorhanden, die Mittel für die Wege stehen bereit – jetzt fehlt nur noch das Unternehmen, das gemeinsam mit dem Hospiz daraus Wirklichkeit macht.

