Barsinghausen. Ende September wurde der Balkon des Hospizes in Barsinghausen zum Konzertort. Mit Blick über die Stadt spielte ein Celloquartett mit Mitwirkenden aus dem Sinfonieorchester Hannover ein buntes Programm: von klassischen Stücken über Filmmusik bis hin zu ABBA. Ole Magers begleitete zwei Stücke am Klavier.
Dabei stand allen frei, wie sie die Musik erleben wollten: mit auf dem Balkon sitzen oder im eigenen Zimmer bleiben und vielleicht das Fenster öffnen. Es war einfach ein Ort, an dem musiziert wurde – und alle waren eingeladen, sich so zu verhalten, wie es ihnen guttat. Einige Bewohnerinnen und Bewohner, Ehrenamtliche im Hospiz und weitere Gäste kamen auf den Balkon. Das Ganze war locker, offen und nahbar. Bis unmittelbar vor dem ersten Stück war man miteinander im Gespräch, und direkt danach gingen die Gespräche weiter. Weil die Stimmung so gut war, spielte das Quartett noch eine kleine Zugabe.
Ein Bewohner probierte schließlich selbst einmal aus, Cello zu spielen. So entstanden auch Momente, in denen Menschen etwas zum allerersten Mal tun konnten – und das im Hospiz. Die Bewohnerinnen und Bewohner und die Gäste waren spürbar emotional berührt. Das machte die Begegnung auch für die Musizierenden zu einem berührenden Erlebnis. Ole Magers konnte bei vielen Stücken selbst zuhören und die Musik und das Miteinander auf sich wirken lassen.
Solche Momente sollte es öfter geben: Musik und Kunst hineinbringen an Orte, an denen Menschen leben und denen ein Konzertbesuch vielleicht nicht mehr möglich ist. Aus diesem Gedanken heraus soll nun das Netzwerk für Begegnungs- und Benefizprojekte (NBBP) entstehen. Es geht darum, Menschen zu vernetzen und Potenziale zu finden, mit denen sich gemeinsam ehrenamtliche Projekte gestalten lassen: an besonderen Orten oder für besondere Orte musizieren, Menschen etwas Gutes tun oder gesellschaftliche Themen sichtbar machen – je nachdem, wie das jeweilige Projekt gelagert ist.
Das Balkonkonzert gehört zum Projekt „ZwischenLeben“, das gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Hannover gestaltet wird. Die beiden bevorstehenden Begegnungskonzerte beschäftigen sich mit den Ehrenamtlichen im Hospiz, mit ihrer Lebendigkeit und der besonderen Bereicherung, die sie durch ihr Engagement erfahren. Mozarts Requiem in der Fassung von Robert D. Levin verbindet sich dabei mit Texten von Henrik Szántó und Zwischenmusiken von Haydn, Bach und Beach. Ein Filmporträt gibt zusätzliche Einblicke in die beiden beteiligten Hospizdienste.
Umso wichtiger war es, auch einmal wirklich im Hospiz zu musizieren: damit die Musik nicht nur im Konzertsaal oder in der Kirche stattfindet, sondern genau dort, wo es eigentlich darum geht – bei den Menschen im Hospiz, da, wo sie leben.
„ZwischenLeben. Begegnungskonzert“ findet am Samstag, 31. Oktober 2026, um 18 Uhr in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums Barsinghausen, Am Spalterhals 15, und am Sonntag, 1. November 2026, um 17 Uhr in der Gartenkirche Hannover, Marienstraße 31, statt. Das etwa 20-minütige Filmporträt wird bereits ab 40 Minuten vor Konzertbeginn gezeigt. Der Eintritt ist frei – „Pay what you can“.

