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PISA-Studie 2025: Ergebnisse zeigen den großen Handlungsbedarf im deutschen Bildungssystem

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hannover. Die heute vorgestellten Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 zeigen für Deutschland erhebliche Herausforderungen bei Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit. In den Naturwissenschaften, im Lesen und in Mathematik liegen die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler nur noch im OECD-Durchschnitt. Gleichzeitig erreichen die Kompetenzwerte in allen drei Bereichen den niedrigsten Stand seit Beginn der PISA-Erhebungen. Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil von Jugendlichen, die nicht über ausreichende Basiskompetenzen verfügen. Zudem zeigt die Studie, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängt.

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Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg erklärt hierzu: „Die Ergebnisse von PISA 2025 sind ein erneutes Warnsignal. Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Kompetenzen, die sie für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Gleichzeitig zeigt die Studie erneut, dass Bildungserfolg in Deutschland noch immer zu stark von der sozialen Herkunft abhängt.

Die Befunde bestätigen Entwicklungen, die wir bereits aus dem IQB-Bildungstrend und weiteren Bildungsstudien kennen. Deshalb haben wir in Niedersachsen bereits gehandelt. Die PISA-Ergebnisse bestärken uns darin, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Wir stärken die Sprachförderung bereits vor der Einschulung und entwickeln Verfahren weiter, um Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen und Kinder gezielt zu unterstützen. Denn wir wissen: Viele Weichen für den späteren Bildungserfolg werden bereits vor dem ersten Schultag gestellt. Wer früh Unterstützung erhält, hat bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg.

In der Grundschule haben wir die Unterrichtszeit an den Grundschulen schrittweise erhöht. Mit diesem Schuljahr wird die dritte und letzte Ausbaustufe erreicht: Niedersachsens Grundschulen verfügen nun über insgesamt drei zusätzliche Unterrichtsstunden. Wir geben den Kindern damit bewusst mehr Zeit für Lesen, Schreiben und Mathematik und stärken so die Grundlagen erfolgreichen Lernens.

Wir stärken auch in den weiterführenden Schulen gezielt Deutsch und Mathematik, bauen die verbindliche, individuelle Förderung aus und sorgen dafür, dass Schwierigkeiten frühzeitig erkannt werden. Kinder und Jugendliche sollen genau die Unterstützung bekommen, die sie brauchen – und zwar dann, wenn sie sie brauchen.

Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir gezielt Schulen in sozial herausfordernden Lagen. Insgesamt profitieren von dem Bund-Länder-Programm in Niedersachsen rund 400 allgemein- und berufsbildende Schulen mit mehr als 124.000 Schülerinnen und Schülern. Dort, wo viele Kinder mit schwierigeren Startbedingungen aufwachsen, investieren wir zusätzlich in Schulsozialarbeit, multiprofessionelle Teams und individuelle Förderung. Denn gerade dort entscheidet sich, ob Bildung neue Chancen eröffnet oder bestehende Unterschiede weiter verfestigt.

Ein weiterer wichtiger Befund der Studie ist, dass Bildungserfolg nur gelingen kann, wenn Kinder und Jugendliche regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Deshalb gehen wir auch den Schulabsentismus konsequent an. Mit unserem Handlungsleitfaden unterstützen wir Schulen im Umgang mit Fehlzeiten. Wir stärken die Zusammenarbeit mit Jugendberufsagenturen und weiteren Partnern, erproben neue Ansätze im Modellprojekt Hannover und schaffen mit der landesweiten Schüler-ID bessere Voraussetzungen, Bildungsverläufe zu begleiten und Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen. Mit der offenen Ausgangsstufe setzen wir zudem gezielt bei Jugendlichen an, die Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. Durch zusätzliche Zeit für den Kompetenzerwerb, individuelle Förderung, Sprachbildung und Praxisphasen schaffen wir bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulabschluss.

Für uns ist klar: Wir lassen kein Kind zurück. Jedes Kind soll die Chance bekommen zu zeigen, was in ihm steckt. Dabei spielt auch der Ganztag eine zentrale Rolle. Niedersachsen ist Ganztagsland. Knapp 90 Prozent aller Grundschulen im Land bieten bereits Ganztagsangebote an. Erst zum neuen Schuljahr wurden 221 weitere Ganztagsgrundschulen genehmigt. Gute Ganztagsschulen schaffen mehr Zeit für Lernen, individuelle Förderung und soziales Lernen. Sie eröffnen zusätzliche Chancen, Talente zu entdecken, Stärken auszubauen und Kinder bestmöglich zu unterstützen. Der weitere Ausbau qualitativ hochwertiger Ganztagsangebote bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Bildungspolitik.

Gute Bildung ist aber nicht allein eine Frage von Strukturen. Es ist entscheidend, was im Unterricht passiert. Deshalb stärken wir den Mathematikunterricht langfristig mit Programmen wie QuaMath, Startchancen Mathematik und ‚Mathe macht stark‘, entwickeln unsere Kerncurricula weiter und haben Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I eingeführt.

Gleichzeitig stärken wir die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung. Denn damit Förderung wirklich wirkt, müssen wir früh erkennen, wo Kinder und Jugendliche Unterstützung brauchen. Deshalb helfen wir Schulen dabei, Lernstände systematisch zu erfassen und daraus konkrete Fördermaßnahmen abzuleiten. Unser Ziel ist einfach: Förderung soll dort ankommen, wo sie gebraucht wird.

Die PISA-Ergebnisse sind jedoch auch ein klarer Auftrag an den Bund. Wer bessere Bildungsergebnisse erwartet, muss dafür auch bessere Rahmenbedingungen schaffen. Die Länder investieren bereits massiv in frühe Förderung, Ganztag, Chancengerechtigkeit und starke Basiskompetenzen. Damit diese Anstrengungen dauerhaft Wirkung entfalten können, braucht es ein deutlich stärkeres und verlässliches Engagement des Bundes. Insbesondere das Startchancen-Programm darf kein zeitlich befristetes Projekt bleiben. Es muss dauerhaft abgesichert, finanziell deutlich gestärkt und perspektivisch auf weitere Schulen ausgeweitet werden. Die Studie zeigt eindeutig: Entscheidend ist, möglichst früh und gezielt dort zu investieren, wo Kinder besondere Unterstützung brauchen. Dafür benötigen Länder und Kommunen eine verlässliche und langfristige finanzielle Unterstützung des Bundes, das Engagement beim Startchancen-QEG muss deshalb größer ausfallen und darf nicht irgendwann auslaufen. Aus dem erneuten Warnsignal der PISA-Studie müssen deshalb jetzt politische Konsequenzen folgen. Länder und Kommunen können mit ihren begrenzten Einnahmemöglichkeiten diesen finanziellen Kraftakt alleine nicht dauerhaft leisten. Deutschland kann es sich nicht leisten, bei der Zukunft seiner Kinder auf halbem Weg stehen zu bleiben.

Klar ist aber auch: Die Herausforderungen, die PISA sichtbar macht, sind nicht über Nacht entstanden. Deshalb wird auch ihre Bewältigung Zeit brauchen. Aber die Studie bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und bereits an den richtigen Stellschrauben arbeiten. Wir setzen auf frühe Förderung, starke Basiskompetenzen, mehr Chancengerechtigkeit, hohe Unterrichtsqualität und digitale Bildung. Die heutigen Ergebnisse zeigen, wo wir besser werden müssen. In unseren Kindern und Jugendlichen steckt weit mehr Potenzial. Unsere Aufgabe ist es, ihnen die Chancen zu geben, dieses Potenzial auch zu entfalten. Daran arbeiten wir mit Nachdruck – in den Kitas, in den Schulen und gemeinsam mit allen, die Verantwortung für Bildung tragen. Wenn wir diesen Weg konsequent weitergehen, können wir noch viel erreichen.“

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