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Stadt Wunstorf fordert mehr Einsatz für den Erhalt des Steinhuder Meeres

Archivbild.

Wunstorf. Die Stadt Wunstorf verlangt von der Niedersächsischen Landesregierung konkrete Maßnahmen, um die weitere Verschlammung des Steinhuder Meeres aufzuhalten. In einem Siebenpunktepapier fordert sie unter anderem eine deutlich höhere Entschlammungsmenge, mehr finanzielle und personelle Ressourcen sowie eine zentrale Steuerung des Gesamtprozesses.

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Wunstorf. Nach einer Veranstaltung des Vereins zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) am 28. Oktober 2026, bei der die aktuellen Ergebnisse der Tiefenmessungen vorgestellt wurden, hat die Stadt Wunstorf ihre Forderungen an die Landesregierung bekräftigt. Bürgermeister Piellusch sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert ein konsequentes Vorgehen.

„Der ‚Patient‘ Steinhuder Meer liegt auf dem OP-Tisch“, erklärte Piellusch. Eine Gesundung sei nicht möglich, wenn Landesregierung und Region Hannover ihre Bemühungen nicht konsequent fortsetzten und auf langfristige Selbstheilungskräfte hofften. Es seien kurzfristig wirksame Maßnahmen erforderlich. Die Landesregierung stehe dabei in der Verantwortung und könne nicht auf andere Zuständigkeiten verweisen. Ein Plan allein reiche nicht aus: „Es kommt auf das Handeln an.“

Sieben Forderungen an die Landesregierung

Die Stadt hat ihre Erwartungen in sieben Punkten zusammengefasst:

  1. Die Entschlammungsmenge soll auf mehr als 64.000 Kubikmeter jährlich gesteigert werden.

  2. Die Deipen sollen freigelegt werden, um die natürliche Strömungsrichtung im Steinhuder Meer wiederherzustellen.

  3. Ausreichende Polderflächen sollen zeitnah bereitgestellt und der Polder Kolkdobben II nutzbar gemacht werden.

  4. Die erforderlichen Maßnahmen sollen finanziell im Haushaltsplan 2027/28 abgesichert werden.

  5. Die Personalengpässe in den Bereichen Planung und Bau beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sollen behoben werden.

  6. Die Niedersächsische Staatskanzlei soll den Gesamtprozess steuern.

  7. Der Seeentwicklungsplan II soll konsequent und zeitnah umgesetzt werden.

Stadt sieht bisherigen Umfang der Entschlammung als unzureichend

Besonders dringlich ist aus Sicht der Stadt die Erhöhung der Entschlammungsmenge. Nach den Erkenntnissen eines von der Landesregierung beauftragten wissenschaftlichen Instituts liegt die jährliche Neubildung von Schlamm bei bis zu 64.000 Kubikmetern. Bislang sei die Landesregierung hingegen von 30.000 bis 40.000 Kubikmetern ausgegangen. Dieser Wert habe auch den bisherigen Entschlammungsmaßnahmen zugrunde gelegen.

Damit sei zu wenig Schlamm entfernt worden, um den bisherigen Zustand des Sees zu erhalten. Die Stadt fordert deshalb eine jährliche Entschlammung von mehr als 64.000 Kubikmetern. Bereits 2021 hatte der Landtag nach Angaben der Stadt eine Entschlammung von 100.000 Kubikmetern gefordert. Diese Vorgabe sei jedoch nicht umgesetzt worden.

Auch die Deipen müssten in die Arbeiten einbezogen werden. Ihre Freilegung soll dazu beitragen, die natürliche Strömungsrichtung im Steinhuder Meer wiederherzustellen.

Polder Kolkdobben II und fehlende Ressourcen

Bei der Bereitstellung des neuen Polders Kolkdobben II in Mardorf sieht die Stadt ebenfalls Verzögerungen. Hier sei eine Beschleunigung erforderlich. Darüber hinaus müssten die finanziellen und personellen Voraussetzungen für die notwendigen Maßnahmen geschaffen werden.

Die Forderung nach einer stärkeren politischen Steuerung begründet die Stadt mit dem bisherigen Fortgang der Arbeiten. Nach den Schilderungen von Vertretern des nachgeordneten Bereichs habe sich der Sachstand im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Aus Sicht der Stadt sei deshalb eine Koordinierung durch die Niedersächsische Staatskanzlei notwendig.

Seeentwicklungsplan soll umgesetzt werden

Der Seeentwicklungsplan II dürfe nicht nur auf dem Papier stehen bleiben, sondern müsse zeitnah umgesetzt werden. Dazu gehörten auch langfristige Maßnahmen, mit denen der Nährstoffeintrag in das Steinhuder Meer reduziert werden soll.

Die Stadt Wunstorf arbeitet nach eigenen Angaben bereits an einem Grundstückserwerb und hat Haushaltsmittel für den Bau einer Regenwasserbehandlungsanlage bereitgestellt. Solche langfristigen Vorhaben seien jedoch kein Ersatz für kurzfristig wirksame Maßnahmen der Landesregierung.

Bürgermeister Piellusch unterstrich die Dringlichkeit mit deutlichen Worten: „Sonst stirbt der Patient, das wird die Stadt Wunstorf nicht zulassen.“

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