Pattensen. Am 27. September 2026 wurde Stefanie Behrends mit 52,84 Prozent der Stimmen zur neuen Bürgermeisterin der Stadt Pattensen gewählt. Am 1. November tritt sie ihr Amt an. Im Herbstinterview spricht sie über die vergangenen Monate, ihre ersten Einblicke in die Verwaltung und die Herausforderungen, die vor ihr liegen.
Frau Behrends, wie blicken Sie auf die vergangenen Wahlkampfmonate zurück?
Es war eine unglaublich intensive, aber auch besondere Zeit. Ich habe viele Menschen kennengelernt, unzählige Gespräche geführt und noch einmal neue Einblicke in unsere Stadt und ihre Ortsteile gewonnen. Besonders beeindruckt hat mich die große Unterstützung. Ob beim Verteilen von Flyern, bei Veranstaltungen oder durch persönliche Gespräche – so viele Menschen haben mich begleitet. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Das Wahlergebnis ist für mich ein großer Vertrauensbeweis und gleichzeitig eine Verpflichtung, mich mit ganzer Kraft für Pattensen einzusetzen.
Wie hat Ihre Familie diese intensive Zeit erlebt?
Ohne meine Familie wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Mein Mann und unsere beiden Töchter haben viel mitgetragen und häufig auf gemeinsame Zeit verzichten müssen. Wir haben uns als Familie bewusst für diesen Weg entschieden und freuen uns gemeinsam auf den neuen Lebensabschnitt. Natürlich wird sich unser Alltag verändern. Aber meine Familie ist und bleibt mein Fundament. Sie gibt mir den Rückhalt und die Kraft für diese Aufgabe.
Ihr Amtsantritt ist am 1. November. Wie erleben Sie die Übergangszeit?
Ich bin bereits in verschiedene Themen und Abstimmungen eingebunden. Besonders dankbar bin ich für die gut vorbereitete Übergabe durch die bisherige Rathausleitung Ramona Schumann. Auch mit Andrea Steding als Allgemeine Vertreterin stimme ich mich bereits darüber ab, wie wir die ersten Tage gestalten und welche Themen Priorität haben. Ich erlebe eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das gibt mir ein gutes Gefühl für den gemeinsamen Start.
Mit der Schließung der Kita in Schulenburg gibt es bereits eine große Herausforderung. Wie nehmen Sie die Situation wahr?
Die Situation beschäftigt mich sehr. Durch den erheblichen Wasserschaden musste die Kita Teichstraße geschlossen werden. Für die Kinder und ihre Familien bedeutet das eine große Veränderung. Die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und Beschäftigten haben oberste Priorität. Gleichzeitig müssen wir alles daransetzen, die weitere Betreuung sicherzustellen und den Familien verlässliche Lösungen anzubieten. Ich bin bereits in die Abstimmungen eingebunden und erlebe, mit welchem Engagement die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung daran arbeiten. Das macht mich zuversichtlich. Wichtig ist mir dabei auch, die Sorgen der Eltern ernst zu nehmen und transparent zu kommunizieren.
Was haben Sie sich für Ihre ersten Wochen als Bürgermeisterin vorgenommen?
Zunächst möchte ich zuhören, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen und verstehen, wie die Abläufe organisiert sind. Gleichzeitig möchte ich mir einen Überblick über die laufenden Projekte verschaffen: Welche Entscheidungen stehen an? Wo gibt es dringenden Handlungsbedarf? Welche Prioritäten müssen wir setzen? Kinderbetreuung, Schulen, Infrastruktur und unsere angespannte Haushaltslage werden uns intensiv beschäftigen. Ich bringe viele Jahre Führungserfahrung und wirtschaftliches Denken aus meinem bisherigen Berufsleben mit. Gleichzeitig gehe ich mit Respekt und großer Motivation an diese neue Aufgabe heran.
Der Wahlkampf ist vorbei. Was wünschen Sie sich für die zukünftige Zusammenarbeit?
Für mich ist ganz klar: Jetzt geht es nicht mehr darum, wer wen gewählt hat oder welcher Partei jemand angehört. Jetzt geht es darum, gemeinsam Pattensen nach vorne zu bringen. Das gilt für die Bürgerinnen und Bürger, die Beschäftigten unserer Verwaltung und die Mitglieder des neuen Rates und unserer Ortsräte. Ich wünsche mir ein Miteinander, das von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und dem gemeinsamen Willen geprägt ist, etwas für unsere Stadt zu bewegen. Natürlich dürfen und sollen wir unterschiedlicher Meinung sein. Demokratie lebt von Diskussionen, auch von kontroversen. Wir dürfen hart in der Sache sein, müssen aber immer fair im Umgang miteinander bleiben. Und ich wünsche mir, dass wir auch nach einer hitzigen Ratssitzung noch gemeinsam ein Getränk trinken können. Denn trotz unterschiedlicher Auffassungen sollte uns eines verbinden: Wir wollen das Beste für Pattensen.
Was wünschen Sie sich für die kommenden acht Jahre?
Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam viel für unsere Stadt bewegen, wichtige Projekte voranbringen und verantwortungsvoll mit unseren finanziellen Möglichkeiten umgehen. Aber es geht mir nicht nur um Projekte und Zahlen. Ich möchte, dass die Menschen sich mit ihren Anliegen ernst genommen fühlen und wir eine gute Kultur des Miteinanders entwickeln. Ich freue mich auf die Menschen, die Zusammenarbeit und die Herausforderungen, die vor uns liegen. Mein Ziel ist es, Bürgermeisterin für ganz Pattensen zu sein – mit Herz und Verstand, offen für neue Ideen und immer mit dem Blick darauf, was wir gemeinsam erreichen können.

