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Tom Schade überzeugt bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin

Tom Schade (l.) mit Trainer Dennis Yaghobi. Foto: privat

Barsinghausen. Vom 09. bis 13. Juni fanden in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark Berlin die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen statt. Für die SGS Barsinghausen war Tom Schade der einzige Vertreter in der Bundeshauptstadt. Der Brustspezialist hatte sich für die 50 m und 100 m Brust qualifiziert und präsentierte sich auf nationaler Bühne in beeindruckender Form.

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Die Reise nach Berlin begann bereits am Montag mit der Bahn. Schon während der Anreise lief die Wettkampfvorbereitung: ausreichend Kohlenhydrate aufnehmen, hydriert bleiben und den Fokus Schritt für Schritt auf die bevorstehenden Rennen richten. Direkt nach der Ankunft ging es in die Berliner SSE an der Landsberger Allee. Die Atmosphäre der großen Schwimmarena nahm Athlet und Trainer sofort in ihren Bann: zwei Olympiabecken in einer Anlage, riesige Leinwände, internationale Wettkampfstimmung und eine Leistungsdichte, die schon beim ersten Einschwimmen spürbar war.

Nach dem Besorgen der Akkreditierungen, ohne die in der Halle kaum ein Bereich erreichbar ist, stand die erste Wassereinheit an. Tom testete die Startblöcke, gewöhnte sich an die besonderen Anschlagmatten und sammelte ein Gefühl für Halle, Wasser und Wassertiefe. Die drei Meter tiefe Berliner Wettkampfanlage unterscheidet sich deutlich vom heimischen Deisterbad und bietet schnelle Bedingungen. Anschließend folgten Einkauf, Hotel-Check-in, Dehnroutine und mentale Vorbereitung. Um 21:30 Uhr war Schlafenszeit.

Am Dienstagmorgen begann der Wettkampftag früh: 6 Uhr aufstehen, 6:30 Uhr Frühstück, anschließend Fahrt zum Bad. Das Einschwimmen zwischen 7 und 7:45 Uhr war eine Herausforderung. Das Becken in der Haupthalle war rappelvoll, die Qualität der Schwimmerinnen und Schwimmer atemberaubend. Für Trainer und Schwimmliebhaber war es ein Augenschmaus – und Tom reihte sich konzentriert in dieses starke Feld ein. Besonders bemerkenswert: Obwohl er sein Gummiband zum Aufwärmen im Hotel vergessen hatte, blieb er mental stabil und löste die Situation kurzerhand mit einem Handtuch. Vor einigen Monaten hätte ihn so etwas noch deutlich aus dem Konzept bringen können. Dieses Mal blieb der Fokus voll bei den eigenen Stärken.

Nach der rund 20-minütigen Eröffnungszeremonie mit Vorstellung der Kampfrichter und Offiziellen auf den großen Leinwänden folgten der letzte Snack, letzte Schlucke und das finale Aufwärmen für die 50 m Brust. Rund 30 Minuten vor dem Rennen besprach Tom mit seinem Trainer Dennis Yaghobi die letzten Details. Das Gefühl war positiv, die Aufregung kontrolliert. Im Callroom, dicht gedrängt mit den besten Brustschwimmern seines Jahrgangs und älteren Konkurrenten, stieg die Anspannung – doch die Überzeugung in die eigene Leistungsfähigkeit war groß.

Dann kam der Start. Tom erwischte einen kräftigen Abdruck mit langer Flugphase. Nach 15 Metern lag er bei etwa 6,5 Sekunden, was einer Geschwindigkeit von rund 2,3 m/s beziehungsweise 8,3 km/h entspricht. Bei 25 Metern passierte er in 13,1 Sekunden – persönliche Bestzeit auf der Teilstrecke. Bis dahin lag er mit den mittleren Bahnen gleichauf. Dann erhöhte er seine Frequenz auf über 60 Züge pro Minute und setzte sich im Endspurt stark in Szene. Der Anschlag passte perfekt: Armstreckung, Beinschlag und Wandkontakt kamen exakt zusammen.

Das Ergebnis war bärenstark: 30,41 Sekunden bedeuteten neue persönliche Bestzeit, neuen Stadtrekord und Platz 10 im Jahrgang 2009. Als 19. der Meldeliste angereist, verbesserte sich Tom um neun Plätze und verpasste das Finale der besten Acht nur denkbar knapp. Tom und Trainer waren dennoch hochzufrieden. Nach drei Jahren gelang es ihm bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften erneut, genau zum Saisonhöhepunkt eine Bestzeit zu schwimmen. Gegenüber dem Vorjahr war er über 50 m Brust rund eine Sekunde schneller.

Zwischen den eigenen Wettkämpfen nutzte Tom die besondere Atmosphäre der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, um andere Top-Schwimmer zu beobachten. Auch für Trainer Dennis Yaghobi boten die Rennen viele wertvolle Eindrücke. Nach dem Ausschwimmen ging es zurück ins Hotel. Einkaufen, Essen, Massage, Ausruhen und früh schlafen standen auf dem Plan.

Am Mittwoch blieb Tom im Wettkampfrhythmus. Obwohl kein Rennen anstand, begann der Tag erneut früh mit Frühstück um 6:30 Uhr. Um 8 Uhr folgte eine kleine Trainingseinheit zur Vorbereitung auf die 100 m Brust. Danach hieß es: zuschauen, lernen, Energie sparen. Früh zurück ins Hotel, Ausruhen, Taktikbesprechung für den kommenden Tag, anschließend Essen gehen, Spazieren und den Kopf frei bekommen.

Am Donnerstag standen die 100 m Brust auf dem Programm. Das Einschwimmen war erneut sehr voll, doch Tom blieb bei seinen Übungen und arbeitete konzentriert an Starts, Wenden und kurzen Belastungsspitzen. Die Fitness stimmte, die Technik war stabil. Vom Start weg fand er auf Bahn 3 gut ins Rennen und ging die ersten 50 Meter nur knapp über seiner neuen 50-m-Bestzeit an. Die Wende gelang sauber, anschließend erhöhte er wie geplant die Frequenz. Der ganz große Turbo, wie noch im April bei den Landesmeisterschaften, blieb dieses Mal aus. Dennoch bestätigte Tom in 1:08,63 Minuten seine starke Zeit von den Norddeutschen Meisterschaften, bei denen er Vizemeister geworden war. Am Ende belegte er Platz 19.

Auch wenn der Sprung unter die Top 10 über 100 m Brust ausblieb, fällt die Bilanz sehr positiv aus. Zum ersten Mal hatte sich Tom überhaupt über eine 100-m-Strecke für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften qualifiziert. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte er sich über diese Strecke insgesamt um rund fünf Sekunden – ein deutliches Zeichen seiner sportlichen Entwicklung.

Trainer Dennis Yaghobi zeigte sich entsprechend zufrieden mit seinem Schützling. Tom habe sich nicht nur schwimmerisch weiterentwickelt, sondern auf vielen Ebenen: mental, technisch, athletisch, in seiner Beweglichkeit, in der Ernährung und im Verständnis für Regeneration. Damit ist er ein echter Top-Athlet für die Deisterstadt, der weiterhin großes Entwicklungspotenzial besitzt.

Die Saison war lang und intensiv. Für das kommende Jahr könnte ein kurzes Trainingslager über Himmelfahrt oder Pfingsten ein sinnvoller Baustein sein, um die Form zum Saisonhöhepunkt noch gezielter vorzubereiten. Zunächst steht für Tom jedoch der Saisonabschluss auf dem Programm: Am kommenden Wochenende startet er in Springe auf der Kurzbahn – diesmal ohne großen Druck, dafür mit Spaß, Staffeln und seinen Teammitgliedern. In den Sommerferien wird größtenteils weitertrainiert, denn die nächsten Entwicklungsschritte sind bereits im Blick.

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