Egestorf. Am Freitag, 21. August wurde die Feuerwehr Egestorf um 20.04 Uhr zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen. In einem Pool, der circa 60 m³ Wasser fasst, hatte sich ein Biber niedergelassen.
Daraufhin wurde die Feuerwehr im Rahmen der Amtshilfe von der Polizei Barsinghausen angefordert. Vor Ort konnte der flinke Biber nicht einfach von der Feuerwehr eingefangen werden, so wurde Kontakt zum Förster und zur Naturschutzbehörde der Region Hannover aufgenommen.
Gemeinsam wurde entschieden, den Biber bis zum Folgetag im Pool zu belassen. Über die Behörde wurde Kontakt zum Biberbeauftragten der Region Hannover aufgenommen, welcher das Tier dann fachmännisch einfangen und schlussendlich zurück in die Natur umsiedeln wird.
Die Polizei weist darauf hin, dass Wildtiere grundsätzlich nicht eigenständig eingefangen oder umgesetzt werden sollten. In solchen Fällen sollte die zuständige Behörde oder fachkundige Stellen verständigt werden.
Update; 24.8., 9 Uhr:
Gegen 9 Uhr meldeten sich die Anwohner aus Egestorf, die den Biber am Wochenende in ihrem Pool entdeckten, in der Redaktion, und es gab gute Nachrichten: Der Biber ist wieder glücklich in der freien Natur angekommen.
Der Biberbeauftragte konnte am Sonntagvormittag binnen weniger Minuten das Tier mit einer Box einfangen. Laut Anwohnern wurde Justin (nach Justin Bieber), so taufte die Familie den Besucher, in der näheren Umgebung wieder ausgesetzt.
„Wir haben uns ganz schön erschrocken, als der Biber auf einmal in unserem Pool auftauchte“, so die Anwohner gegenüber der Redaktion. „Leider hat er kleinere Schäden im Pool angerichtet und er fing auch gleich an, sich an den Bäumen im Garten zu bedienen, was teilweise sogar hilfreiche Gartenarbeit war.“ Die Familie hat einen naturnahen Garten und ist tierische Bewohner gewohnt, ein Biber war jedoch neu. „Damit er nicht weitere Schäden anrichtet, haben wir ihn dann mit Äpfeln gefüttert, die er auch gerne gegessen hat.“
Ob Justin nun dem Pool fernbleibt oder ob er den Rückweg findet, bleibt abzuwarten. Die Familie ist jedoch erleichtert, dass das Tier wohlbehalten wieder in seinem natürlichen Lebensraum ist und dankt allen Einsatzkräften, die sich so schnell und hilfsbereit um die Situation am Wochenende gekümmert haben.

