Anzeige
Anzeige
Anzeige

Von 1,8 Millionen Euro runter auf 50.000 Euro - Attraktivitätssteigerung Ankunftsplatz Besucherbergwerk wird Minimallösung

Archivbild.

Barsinghausen. Ziel der Maßnahme war es, die Alte Zeche und den Klosterstollen als touristisches und kulturelles Ziel weiter zu stärken. Der neue Ankunftsplatz sollte nicht nur als Parkplatz dienen, sondern Aufenthaltsqualität schaffen, Orientierung bieten und den ersten Eindruck des Besucherbergwerks deutlich verbessern. Fertigwerden sollte alles bis zur Landesgartenschau in Bad Nenndorf Ende April. Deutliche Kostensteigerungen der geplanten Varianten führten nun zu einer Anpassung der Pläne – man rudert ordentlich zurück.

Anzeige

Ursprünglich waren drei Varianten zur Sanierung des Parkplatzes vorgesehen. Aufgrund deutlich gestiegener Kosten, neuer rechtlicher Anforderungen und fehlender Förderfähigkeit dieser Varianten hatte die Stadtverwaltung für die Ratssitzung am Donnerstagabend ein Konzept zur Kostensenkung vorgelegt. Um die Maßnahme innerhalb der verfügbaren Haushaltsmittel realisieren zu können, wurden einzelne Ausstattungselemente und Pflanzungen reduziert. Dadurch sollten Einsparungen von rund 188.000 Euro erzielt werden, ohne den Grundgedanken des Ankunftsplatzes aufzugeben.

Dennoch lag das Projekt am Ende bei Kosten von rund 1,87 Millionen Euro. Eine Förderung von 927.000 Euro war eingeplant. Vorgesehen waren eine umfassende Begrünung, Lademöglichkeiten für Elektroautos und Elektrofahrräder und Informationselemente sowie eine Photovoltaikanlage und Entwässerungssysteme.

Die CDU hielt sowohl den Zeitplan bis zur Landesgartenschau für unrealistisch als auch die Kosten für zu hoch. „Trotz Einsparungen rund 1,8 Millionen Euro für eine ‚kleine Lösung‘ sind uns zu viel. Wir schieben insgesamt 640 Millionen Euro an Investitionen in Barsinghausen vor uns her. Wir können nicht alles haben“, so Gerald Schroth, CDU. Daher stellte die Partei einen Änderungsantrag, der vorsieht, für 50.000 Euro den Parkplatz auszubessern – was bis zur Landesgartenschau zu schaffen sein sollte.

Der Vorschlag bekam breite Unterstützung aller Ratsmitglieder. Die SPD schlug vor, eine Erweiterung der Wohnmobilstellplätze dennoch zu prüfen. Grüne und Aktiv für Barsinghausen unterstützten den Änderungsantrag ebenfalls, wünschten sich langfristig jedoch das ursprünglich geplante Konzept. „In Zukunft sollten wir aber auf Planungskosten achten“, mahnte Kerstin Beckmann, Aktiv für Barsinghausen, „Es wurden Planungen und Gutachten erstellt. Gut 100.000 Euro haben wir bereits ausgegeben, nur um jetzt eine Minimallösung von 50.000 Euro umzusetzen. Das sollte in Zukunft besser im Blick behalten und vermieden werden.“

Laut Bürgermeister Henning Schünhof sei der Betrag von 50.000 Euro ausreichend, damit der Baubetriebshof den Parkplatz mit Mineral aufschottere und verdichte.

„Eine einfache, kostenschonende Minimallösung zur oberflächlichen Verbesserung des Parkplatzes stellt sicher, dass die Funktionsfähigkeit erhalten bleibt und kurzfristige Anforderungen erfüllt werden. Gleichzeitig verändern sich im Umfeld der Alten Zeche die Nutzungen und Rahmenbedingungen deutlich. Vor diesem Hintergrund erscheint es städtebaulich nicht zielführend, Einzelmaßnahmen, ohne eine übergeordnete Gesamtbetrachtung, umzusetzen“, so die CDU.

Der Rat stimmte mit breiter Mehrheit für die Minimallösung. Man wolle die Planungen für eine umfassende Aufwertung des Ankunftsplatzes zu gegebener Zeit aber wieder aufnehmen und diskutieren. 

Anzeige