Hannover/Region. Trotz sinkender Unfallzahlen ist die Lage auf den Straßen in der Region Hannover weiterhin angespannt. Der aktuelle Verkehrssicherheitsbericht 2025 der Polizeidirektion Hannover zeigt eine widersprüchliche Entwicklung: Während die Gesamtzahl der Unfälle erneut zurückging, stieg die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten an. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Radfahrenden und älteren Menschen – zwei Gruppen, die zunehmend in den Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit rücken.
Verkehrstote
Im Jahr 2025 verloren 34 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben – zwei mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der tödlichen Unfälle stieg leicht an. Häufigste Ursachen waren Fehler beim Abbiegen oder Wenden, Vorfahrtsverstöße sowie Fehlverhalten von Fußgängerinnen und Fußgängern. Geschwindigkeit spielte ebenfalls eine bedeutende Rolle.
Wer war betroffen?
Erstmals stellen nicht mehr Pkw-Insassen die größte Gruppe der Verkehrstoten. Besonders alarmierend ist der Anstieg bei Radfahrenden: Zehn Menschen verloren hier ihr Leben – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. Auch acht Fußgängerinnen und Fußgänger sowie fünf Motorradfahrende kamen ums Leben.
Leicht- und Schwerverletzte
Auch die Zahl der Verletzten ist gestiegen. 514 Menschen wurden schwer verletzt, 6.111 leicht – letzteres ist der höchste Stand der vergangenen zehn Jahre. Damit zeigt sich: Trotz weniger Unfälle bleibt die Schwere der Folgen hoch.
Risikogruppen
Bestimmte Gruppen sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Dazu zählen Kinder, junge Fahrende, Seniorinnen und Senioren sowie Nutzerinnen und Nutzer von Fahrrädern und E-Scootern. Altersbedingte Einschränkungen, mangelnde Erfahrung oder geringe Schutzwirkung erhöhen hier das Risiko erheblich.
Kinder
Die Zahl der verunglückten Kinder ist erneut gestiegen: 486 Kinder wurden im Straßenverkehr verletzt oder getötet. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg schwerer Verletzungen. Auch auf Schulwegen nahm die Zahl der Unfälle zu.
Junge Fahrende
Für junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren zeigt sich ein gemischtes Bild: Zwar stieg die Zahl der Verletzten leicht an, gleichzeitig gab es erstmals seit Jahren keinen tödlichen Unfall in dieser Altersgruppe – eine positive Entwicklung.
Seniorinnen und Senioren
Deutlich kritisch ist die Lage bei älteren Menschen: Über die Hälfte aller Verkehrstoten gehörte 2025 zur Gruppe der über 65-Jährigen. Insgesamt wurden 1.017 Seniorinnen und Senioren bei Unfällen verletzt oder getötet – Tendenz steigend.
Rad- und Pedelecfahrende
Zwar ist die Gesamtzahl der Fahrradunfälle leicht gesunken, doch die Zahl der tödlichen Unfälle hat drastisch zugenommen. Besonders Pedelecs stehen im Fokus: Sechs der zehn getöteten Radfahrenden waren mit einem solchen unterwegs.
E-Scooter-Fahrende
E-Scooter gewinnen weiter an Bedeutung – und geraten zunehmend in den Fokus der Unfallstatistik. 355 Menschen waren 2025 in Unfälle verwickelt, deutlich mehr als im Vorjahr. Erstmals gab es auch tödliche Unfälle in dieser Gruppe.
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
Unfallflucht bleibt ein großes Problem: In 10.845 Fällen entfernten sich Beteiligte unerlaubt vom Unfallort. Die Aufklärungsquote lag bei rund 43 Prozent.
Verkehrsunfallprävention
Die Polizei setzt weiterhin stark auf Prävention: Mehr als 4.300 Veranstaltungen richteten sich an Kinder und Jugendliche, ergänzt durch spezielle Angebote für Seniorinnen und Senioren. Ziel ist es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und richtiges Verhalten zu fördern.
Verkehrsüberwachung
Kontrollen bleiben ein zentraler Baustein der Verkehrssicherheit. Im Fokus stehen weiterhin Geschwindigkeit sowie Alkohol- und Drogenkonsum am Steuer. Die Polizei registrierte tausende Verstöße und setzt zudem verstärkt auf internationale Zusammenarbeit bei Schwerpunktkontrollen.
Der detaillierte Verkehrssicherheitsbericht 2025 der Polizeidirektion Hannover ist im Anhang dieses Berichts zu finden.

