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Erinnerungsarbeit will "klare Kante" gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Ronnenberg.

"Klare Kante - auf jeder Ebene" hält der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg (FER) für notwendig, wenn es gegen "rassistisches, fremdenfeindliches und antisemitisches Denken, Reden und Handeln" geht. Vor diesem Hintergrund begrüßten die Vereinsmitglieder den Beschluss des Rates der Stadt Ronnenberg, im ehemaligen Synagogengebäude an der Velsterstraße eine Erinnerungsstätte für das Ronnenberger Judentum zu errichten. "Es wäre auch eine Wiedergutmachung an die vertriebenen und die drei ermordeten Juden von Ronnenberg, nämlich Lina Cohen sowie Max und Rosy Seligmann, derer hier an dieser Stele gedacht wird", erklärte Wolfang Walter, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Der ehemalige Bürgermeister war in diesem Jahr der Redner am Internationalen Holocaust-Gedenktag, zu dem der Förderverein jährlich an die Stele der Stadt Ronnenberg für die jüdischen Überlebenden und Opfer des Holocaust einlädt.

Vor 30 Anwesenden hob Walther hervor, dass die Ronnenberger Erinnerungsarbeit nunmehr drei Jahrzehnte alt sei. Die Kirchen und einige Bürger hätten sie in den 1980er Jahren initiiert. Heute werde sie in engem Kontakt mit den drei Ronnenberger Holocaustüberlebenden in Brasilien, den USA und Israel geleistet - sowie mit den Nachkommen der Juden, die 1933 in Ronnenberg lebten und in der NS-Zeit ihre Heimat verlassen mussten. Sie "haben uns wissen lassen, dass sie sich sehr freuen und es ihrem Heimatort hoch anrechnen" würden, wenn die Stadt Ronnenberg den Plan der Erinnerungsstätte bald verwirklichen würde, ließ Walther wissen. Herausragender Gast an der Stele war Gabor Lengyel, der Rabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. Teilnehmer waren außerdem Rüdiger Wilke, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Ronnenberg, mehrere Ratsmitglieder sowie der ehemalige Stadtdirektor Bernhard Lippold. Die beiden christlichen Kirchen waren durch Rebecca Brückner, die Pastorin der evangelischen Michaelisgemeinde, und Johannes Lim, den Pfarrer der katholischen Gemeinden "St. Thomas-Morus" in Ronnenberg-Weetzen sowie "Heilige Familie" in Empelde, vertreten. Heidi Rengelshausen und Wolfgang Walther vom Vorstand des Fördervereins legten an der Stele ein Blumengebinde nieder.