Ronnenberg. Mit der Vorstellung der neuen Publikation „Zurück in Ronnenberg – Jüdische Lebensbilder einer Calenberger Gemeinde“ haben Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel Anfang August die Geschichte jüdischen Lebens in Ronnenberg lebendig werden lassen. Im Rahmen der Veranstaltung übergab Bürgermeister Marlo Kratzke zudem die Schlüssel für die künftigen Ausstellungsräume in der Velsterstraße 2 und markierte damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum geplanten Lern- und Gedenkort.
Mit der feierlichen Übergabe der Schlüssel für zwei Ausstellungsräume im ehemals jüdischen Anwesen Velsterstraße 2 hat die Stadt Ronnenberg einen wichtigen Meilenstein für die künftige Erinnerungsarbeit gesetzt. Bürgermeister Marlo Kratzke überreichte die Schlüssel im Rahmen einer Kulturveranstaltung, in Anwesenheit von rund 70 Gästen, an Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel stellvertretend für den Förderverein für Erinnerungsarbeit in Ronnenberg (FER). Die Räume sollen künftig Teil eines Lern- und Gedenkortes werden, den die Stadt Ronnenberg gemeinsam mit dem FER und der Marie-Curie-Schule entwickelt.
Dabei würdigte Bürgermeister Marlo Kratzke insbesondere das langjährige Engagement der beiden Autoren: „Ich möchte Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel ganz persönlich danken. Ihr jahrzehntelanges Engagement für die Erinnerungsarbeit in unserer Stadt ist keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Leidenschaft, Ausdauer und den unbedingten Willen, Geschichten zu erzählen, die erzählt werden müssen. Dafür bin ich Ihnen beiden von Herzen dankbar, und ich weiß, dass die Stadt Ronnenberg stolz sein kann, Menschen wie Sie in ihrer Mitte zu haben.“
Mit der Schlüsselübergabe beginnt nun die nächste Phase des Projekts. Die Räume werden in den kommenden Monaten ausgestattet und für eine Dauerausstellung vorbereitet, die die Geschichte der jüdischen Gemeinde Ronnenbergs dokumentieren und für künftige Generationen zugänglich machen soll.
Neue Publikation zum jüdischen Leben in Ronnenberg
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand zudem die Vorstellung der Publikation „Zurück in Ronnenberg – Jüdische Lebensbilder einer Calenberger Gemeinde“ von Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel.
Die Publikation beleuchtet die Geschichte der Ronnenberger Jüdinnen und Juden vom 18. Jahrhundert bis zu ihrer Vertreibung während des nationalsozialistischen Terrors. Im Fokus stehen dabei Objekte, Dokumente und Fotografien, die jüdische Familien auf ihrer Flucht zwischen 1937 und 1939 mitnehmen konnten. Mehr als 300 Originale und Reproduktionen dieser Zeugnisse haben die Autoren seit 2017 aus Israel, Großbritannien, Brasilien und den USA nach Ronnenberg zurückgeführt.
Diese Sammlung bildet künftig die Grundlage der geplanten Dauerausstellung in der Velsterstraße 2. Der entstehende Lern- und Gedenkort soll die Erinnerung an das jüdische Leben in Ronnenberg bewahren, historische Zusammenhänge vermitteln und einen Raum für Bildung, Begegnung und Auseinandersetzung mit der Geschichte schaffen.
Musikalisches Rahmenprogramm
Zu diesem festlichen Anlass gab es zudem authentische, jüdische Live-Musik. Das Ensemble „Hevenu Shalom“ aus Hamburg präsentierte mit Violine, Cello, Flöte und Klavier Kompositionen aus unterschiedlichen Bereichen jüdischer Musik.

