Barsinghausen. Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau hervorragend und helfen dabei, Energie und damit Heizkosten zu sparen. Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmenden des Tags der Wärmepumpe im Altbau, den BASCHE ERNEUERBAR e.V. Anfang Oktober organisiert hat. Besitzende von Wärmepumpen hatten ihre erweiterte Nachbarschaft eingeladen, ihre Anlagen kennenzulernen und sich aus erster Hand über das Heizsystem zu informieren..
Gerd Köhler, Vorstand von BASCHE ERNEUERBAR, stellte ebenso wie seine Vorstandskollegen Michael Pöllath und Udo Sahling sowie sechs weitere Wärmepumpenbesitzer ihre Anlagen vor. Dabei berichtete Köhler, dass seine vergebliche Suche nach verlässlichen Informationen zur Wärmepumpe während der Corona-Zeit einer der wesentlichen Anstöße für die Gründung des Vereins war. „Es war von Anfang an eines der wesentlichen Ziele des Vereins, Hausbesitzenden aus Barsinghausen Entscheidungshilfen für den Bau von Solaranlagen und Wärmepumpen zu geben“, erklärte er.
2022 ließ Gerd Köhler in seinem unsanierten Altbau aus dem Jahr 1973 eine Wärmepumpe als Hybridanlage neben der bestehenden Gasheizung installieren. Seitdem untersucht er ganz praktisch, wie sich die sogenannte Einschalttemperatur der Wärmepumpe auf den Gas- und Stromverbrauch sowie die Jahresarbeitszahl auswirkt. Dabei zeigte sich: Selbst bei einer Einschalttemperatur von minus fünf Grad sank die Jahresarbeitszahl nicht unter 3,5. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe über das Jahr hinweg aus einer Kilowattstunde Strom durchschnittlich 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugte. Wie viel Strom die Solaranlage kostenlos beisteuerte, lässt sich nicht genau beziffern. „Aber ich spare Jahr für Jahr die Hälfte unseres Gasverbrauchs ein“, so Köhler.
Gute Erfahrungen auch in sehr alten Häusern
Richtig begeistert zeigte sich Michael Pöllath. Er ließ in diesem Jahr eine Wärmepumpe für die Heizung und eine weitere für die Warmwasserversorgung in seinem Einfamilienhaus aus dem Baujahr 1897 installieren. „Unser Gaskessel war einfach fällig“, sagte er. „Eine bessere Entscheidung hätten wir nicht treffen können. Dazu haben wir über das Netzwerk von Basche erneuerbar noch einen erstklassigen Energieberater und Installateur gefunden.“ Angesichts der stark steigenden Öl- und Gaspreise freut sich auch Familie Pöllath, rechtzeitig auf die neue Technik umgestiegen zu sein.
Udo Sahling war mit seinem Pelletkessel zunächst noch zufrieden. Die Anlage war gerade einmal 20 Jahre alt und lieferte aufgrund der niedrigen Brennstoffkosten Wärme im Schnitt rund 30 Prozent günstiger als eine vergleichbare Öl- oder Gasheizung. Trotzdem entschied sich die Familie für einen Heizungstausch. Ausschlaggebend waren die damals in Aussicht stehende Förderung und die körperlich anstrengende Entsorgung der Asche. Die Entscheidung erwies sich als rechtzeitig: Noch während der Installationsarbeiten für die Wärmepumpe fiel die teure Hauptsteuerung des Pelletkessels aus. Das bedeutete rund zwei Wochen ohne zentrale Warmwasserbereitung.
„Inzwischen sind wir sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein“, berichtet Udo Sahling. Die automatisch erfassten Daten der Wärmepumpe zeigen, dass in dem sehr gut gedämmten Zweifamilienhaus aus dem Jahr 1871 mit sieben Bewohnern mehr als 55 Prozent der Energie für die Warmwasserbereitung und nur rund 45 Prozent für die Heizung benötigt werden. Die Solaranlage liefert dabei etwa ein Viertel des benötigten Stroms kostenlos.
Verlässliche Informationen statt Verunsicherung
In vielen Gesprächen wurde deutlich, wie wütend und enttäuscht Verbraucherinnen und Verbraucher über die Fehlinformationen während der sogenannten Heizungshammer-Kampagne sind. Einige hatten sich damals vorsichtshalber noch schnell eine neue Gasheizung einbauen lassen. Angesichts steigender Kosten und klimapolitischer Anforderungen kann sich diese Entscheidung langfristig als finanziell problematisch erweisen.
Eine Möglichkeit, aus dieser Situation herauszukommen, bieten die nachträgliche Installation von Klimasplitgeräten oder Wärmepumpen-Hybridlösungen in Kombination mit der bestehenden Gasheizung.
Wie deutlich ein weiterer Teilnehmer des Aktionstags seine Haltung formulierte, zeigt dieses Zitat: „Wer heute seine alte Öl- oder Gasheizung nicht unter Ausschöpfung der Fördermöglichkeiten gegen eine Wärmepumpe austauscht, um sich von der sogenannten ‚Biotreppe‘, der steigenden CO₂-Bepreisung, den steigenden Netzgebühren und der Abhängigkeit von fossilen Energiemärkten zu befreien, ist mit dem Klammerbeutel gepudert und steht immer noch unter dem Eindruck der Heizungshammer-Kampagne.“ Wer an einer alten fossilen Heizung festhält, muss demnach langfristig mit einem teuren Vergnügen rechnen.

