Hannover. Die anhaltend hohen Temperaturen beeinträchtigen das Wohlergehen der Haus- und Nutztiere stark. Angesichts der bevorstehenden Hitzeperiode warnt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) Tierhalterinnen und Tierhalter ausdrücklich vor den daraus resultierenden gesundheitlichen Gefahren für ihre Tiere und ruft die Halterinnen und Halter dazu auf, wenn nötig Änderungen im Haltungsmanagement vorzunehmen.
Extreme Hitze stellt die Tierhaltungsbetriebe, in Niedersachsen insbesondere Geflügelbetriebe, vor Herausforderungen. Hohe Außentemperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit können zu erhöhten Tierverlusten führen.
Dies zeigt sich auch an den Zahlen der Verarbeitungsbetriebe für tierische Nebenprodukte („Tierkörperbeseitigungsanlagen“): Nach dem Hitze-Wochenende am 27. und 28. Juni 2026 musste eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden als nach dem deutlich kühleren Wochenende am 13. und 14. Juni 2026.
Auch andere Tiere, wie zum Beispiel Rinder, Schafe und Pferde können durch starke Sonnenstrahlung gefährdet werden. Werden die Tiere auf der Weide gehalten, sollte immer ausreichender Witterungsschutz, Schatten und Zugang zu Wasser sichergestellt werden. Durch die Hitze kann die Futtergrundlage auf der Weide schwinden. Hier muss unter Umständen zugefüttert werden. Gegebenenfalls ist bei Schafen der Schurtermin anzupassen, damit den Tieren die Abstrahlung der Körperwärme erleichtert wird.
Außerdem sollten Anstrengungen vermieden werden (zum Beispiel sollten bei Hütehaltung keine großen Distanzen zurückgelegt werden und Aktivitäten wie Umtreiben, Tierbehandlungen, Tiertransporte etc. auf die kühleren Morgenstunden verschoben werden) und der Weidegang und/oder die Fütterung früh am Morgen oder spät am Abend eingeplant werden.
Auch die Haustiere wie Hunde, Meerschweinchen, Vögel und Co. müssen vor der Hitze geschützt werden. Das bedeutet vor allem ausreichend Zugang zu Flüssigkeit und Schutz vor der Sonne. Und: Tiere sollten niemals in einem parkenden Auto zurückgelassen werden.
Servicehinweis:
Im Rahmen des Niedersächsischen Tierschutzplanes für nachhaltige Nutztierhaltung (NTN) wurden Merkblätter zur Vermeidung von Hitzestress und hitzebedingten Verlusten insbesondere für die Geflügelarten Pute, Jung- und Legehenne, Masthuhn sowie Pekingente erarbeitet. Sie sind auf der Homepage des LAVES (Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abrufbar: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/geflugel/vermeidung-von-hitzestress-bei-gefluegel-144675.html
Auch für die Haltung von Haustieren hält das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nützliche Informationen bereit:
https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/ueberhitzung-auch-bei-haustieren-keine-seltenheit-73513.html

