Anzeige
Anzeige

Kläranlage in Evestorf soll für neue Bauprojekte in der Gemeinde gerüstet werden

Rathaus Wennigsen.

Anzeige

Wennigsen. Die Gemeinde Wennigsen will ihre Abwasserinfrastruktur langfristig auf die weitere bauliche und gewerbliche Entwicklung ausrichten. Eine von der Avacon Wasser GmbH erarbeitete Ausbaustudie zur Kläranlage Evestorf zeigt dafür verschiedene technische Möglichkeiten auf. Die Untersuchung wurde Ende August im Bauausschuss vorgestellt.

Anzeige

Kläranlage soll langfristig leistungsfähig bleiben

Die Untersuchung war vor rund einem Jahr in Auftrag gegeben worden. Hintergrund ist unter anderem der Modernisierungsbedarf der Kläranlage, deren letzte größere Erneuerung aus den Jahren 1999 und 2000 stammt.

In den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören unter anderem Arbeiten am Misch- und Ausgleichsbecken, am Schlammlagerplatz, der Bau einer Photovoltaikanlage sowie die Sanierung von Pumpwerken. Derzeit wird die EMSR-Technik erneuert. Dabei handelt es sich um die Elektro-, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik der Anlage.

Nach Angaben der Gemeinde haben die Investitionen die Betriebssicherheit verbessert und den Energieverbrauch sowie die laufenden Kosten reduziert. Die Photovoltaikanlage unterstützt zudem die eigene Stromversorgung.

Pinnenheister soll weiterentwickelt werden

Parallel zur Modernisierung der Kläranlage arbeitet die Gemeinde an der Entwicklung des Gewerbegebiets Pinnenheister. Die Erschließung des Gebiets ist unter anderem aufgrund der nur einseitig möglichen Anbindung, der damit verbundenen Kosten und der Entwässerung des abschüssigen Geländes mit Herausforderungen verbunden.

Zwischenzeitlich war vorgesehen, dass ein Investor einen größeren Teil des Gebiets entwickelt. Nachdem dieser abgesprungen war, musste die Umsetzung neu organisiert werden.

Nach Angaben der Gemeinde besteht bei mehreren Gewerbetreibenden weiterhin Interesse an einer Ansiedlung oder Erweiterung im Pinnenheister. Die Gemeinde führt dazu Vertragsverhandlungen. Unter anderem soll dabei festgelegt werden, wie die Grundstücke entsprechend dem jeweiligen Flächenbedarf zugeschnitten werden. Ausbauverpflichtungen sollen sicherstellen, dass vergebene Grundstücke tatsächlich bebaut und gewerblich genutzt werden.

Da die Gespräche noch laufen, macht die Gemeinde derzeit keine Angaben zu einzelnen Unternehmen oder sämtlichen Zwischenständen.

Weitere Gewerbeflächen im Blick

Nach Angaben der Gemeinde sind die Flächenreserven in Wennigsen begrenzt. Landschaftsschutzgebiete setzen dabei einen rechtlichen Rahmen. Deshalb soll die vorhandene Fläche gezielt entwickelt werden.

Bei der Gewerbeentwicklung verfolgt die Gemeinde nach eigenen Angaben drei Ziele: Bestehende Unternehmen sollen Erweiterungsmöglichkeiten erhalten und am Standort gehalten werden. Außerdem sollen zusätzliche Angebote für die Bevölkerung entstehen sowie Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen geschaffen werden.

Bürgermeister Ingo Klokemann erklärt dazu: „Wir wollen keine Flächen um ihrer selbst willen ausweisen. Wir wollen dem bestehenden Gewerbe eine Zukunft in Wennigsen bieten, gute Angebote für die Menschen vor Ort schaffen und die finanzielle Grundlage der Gemeinde stärken.“

Kläranlage verfügt noch über Reserven

Die Ausbaustudie kommt zu dem Ergebnis, dass die Kläranlage derzeit noch über Kapazitätsreserven verfügt. Die Anlage ist auf 17.500 Einwohnerwerte ausgelegt. Die aktuelle Belastung liegt den Angaben zufolge bei rund 16.725 Einwohnerwerten bei Regenwetter und etwa 16.889 Einwohnerwerten bei Trockenwetter.

Einwohnerwerte beschreiben dabei nicht ausschließlich die Zahl der Einwohner. Auch die Abwasserbelastung durch Gewerbebetriebe, Schulen und andere Einrichtungen wird entsprechend berücksichtigt.

Damit verbleibt nach Angaben der Gemeinde rechnerisch eine Reserve von etwa 600 bis 800 Einwohnerwerten. Diese könnte durch bereits geplante oder absehbare Entwicklungen weitgehend ausgeschöpft werden. Genannt werden unter anderem Wohnbauprojekte, die weitere Belegung des Pinnenheisters und die Baumaßnahme an der ehemaligen Polizeischule.

Die Leistungsfähigkeit der Kläranlage ist damit auch für die weitere Wohnbau- und Gewerbeentwicklung von Bedeutung.

Neun Varianten untersucht

Avacon Wasser hat im Rahmen der Studie insgesamt neun technische Varianten untersucht. Drei Lösungsansätze werden als grundsätzlich realisierbar bewertet.

Als Vorzugsvariante empfiehlt die Studie eine Umstellung der Schlammbehandlung auf eine Faulung. Dadurch soll unter anderem die Menge des zu entsorgenden Klärschlamms reduziert und die biologische Reinigung sowie die Belüftung entlastet werden.

Zudem könnte bei diesem Verfahren Energie gewonnen werden. Die Studie geht von einer möglichen Produktion von rund 300.000 Kilowattstunden Strom und rund 400.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr aus.

Darüber hinaus müssen nach Angaben der Gemeinde künftig weitergehende Anforderungen an die Entfernung von Phosphor und Spurenstoffen berücksichtigt werden.

Nächste Entwicklungsschritte sollen vorbereitet werden

Die Gemeinde sieht die Modernisierung der Kläranlage, die Entwicklung des Pinnenheisters und die Ausbaustudie als Bestandteile einer langfristigen Planung. In den vergangenen Jahren standen zunächst die technische Stabilisierung und die Verbesserung der Betriebssicherheit der Kläranlage im Mittelpunkt.

Mit der nun vorliegenden Studie soll die Grundlage für die nächsten Schritte geschaffen werden. Dabei sollen Wohnungsbau, Gewerbeentwicklung, Erschließung und Abwasserentsorgung gemeinsam betrachtet werden.

„Wir haben in den vergangenen vier Jahren viel erreicht: Die Kläranlage arbeitet heute zuverlässiger und wirtschaftlicher, im Pinnenheister laufen konkrete Vertragsverhandlungen und mit der Ausbaustudie bereiten wir den nächsten Schritt vor“, so Klokemann.

Anzeige
Anzeige