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Offener Brief: Eltern kritisieren überfüllte Schulbusse in Wennigsen

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

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Wennigsen. Ein offener Brief von Martin Frost richtet sich an die Gemeinde Wennigsen, die Verantwortlichen für die Schülerbeförderung, die Ortsräte sowie weitere zuständige Stellen. Darin schildert er erhebliche Probleme mit der Beförderung von Schülerinnen und Schülern auf der Linie 520. Mehrfach seien Kinder wegen überfüllter Busse an Haltestellen zurückgeblieben oder hätten nach Schulschluss keine reguläre Mitfahrmöglichkeit gefunden. Frost fordert deshalb kurzfristig eine verlässliche und ausreichende Schülerbeförderung und warnt davor, dass sich angesichts der Situation immer mehr Eltern gezwungen sehen könnten, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen.

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"Sehr geehrter Herr Klokemann,

sehr geehrte Damen und Herren des Teams Schülerbeförderung,

sehr geehrte Damen und Herren der Ortsräte Bredenbeck, Holtensen und Evestorf,

sehr geehrte Frau Seidensticker, sehr geehrter Herr Birkner,

sehr geehrte Damen und Herren der zuständigen Polizeidienststellen,

am 17.08.2026 begann das Schuljahr 2026/27 für die 1. und 5. Jahrgänge auch in der Gemeinde Wennigsen. Während unsere 10-jährige Tochter aufgrund ihres Wechsels auf die KGS Wennigsen bereits jetzt auf den Bus aus organisatorischen Gründen umstieg, haben ihre jüngeren Geschwister (Jahrgang 1,4 und KITA) den Weg zur Grundschule Bredenbeck gemeinsam mit mir (und weiteren Kindern aus EVESTORF und HOLTENSEN) bis einschließlich heute mit dem Fahrrad zurückgelegt. Am 17.08., 18.08. und 19.08. sind Kinder an der Haltestelle HOLTENSEN morgens nicht mitgenommen worden, weil der Bus bereits keine Kapazitäten mehr hatte – am 17.08. hatte ich beide Schulen über meine Beobachtung bereits unterrichtet. Der besagte 520er befördert sowohl Kinder mit Fahrziel KGS Wennigsen als auch Kinder mit dem Fahrziel „Grundschule Bredenbeck“.

Andersherum konnte meiner Tochter und weiteren Schülerinnen und Schülern sowohl am Mittwoch,19.08. als auch am Freitag, 21.08. der Zugang mittags in den 520er Bus an der KGS WENNIGSEN mit Fahrziel Weetzen wegen Überfüllung nicht mehr gewährt werden. Während am Freitag Lehrkräfte der KGS sich um Alternativrouten bemühten, damit die verbliebenen Kinder auch nach Hause kommen - Danke an dieser Stelle für diese Unterstützung- fand unsere Tochter am Mittwoch nur noch Platz in dem PKW einer herbeigerufenen Mutter einer Mitschülerin. 

Dieses Thema wurde in der Grundschule am Mittwoch auch von Eltern aus Holtensen berichtet, deren sechsjährige Kinder an der Haltestelle HOLTENSEN stehen gelassen wurden. Mit dem Hintergrund des herannahenden Winters mache ich mir schon Gedanken, wie es wohl wird, wenn die Kinder, die heute noch mit dem Rad fahren, dann auch auf den Bus umsteigen, wo dieser bereits jetzt schon Kinder stehen lassen muss aus Kapazitätsgründen. Größere Fahrzeuge wurden bis heute nicht eingesetzt. Da hat es schon etwas satirisches an sich, wenn die herbeigerufene Polizei am gestrigen Montag sich mit Appellen an die Eltern richtet, die zunehmend ihre Kinder mit dem Auto zur Grundschule bringen „dies doch bitte nicht zu tun“. 

Wohlgemerkt an Tag sechs eines nicht funktionierendes Schülerverkehrs in der Gemeinde Wennigsen. 

Auch ich möchte nicht, dass meine Kinder verunfallen auf ihrem Schulweg. Der Verkehr hat vom 17.08. bis zum heutigen Tag deutlich zugenommen im Bereich der Grundschule und ihren Nebenstraßen. Ich möchte aber auch nicht, dass meine Kinder an Haltestellen zurückbleiben oder 60 Minuten von der KGS WENNIGSEN nach EVESTORF benötigen, weil sie mit guter Absicht in einen Bus mit einer unbekannten Streckenführung gesetzt werden und wir Eltern schon aus Sorge anfangen zu schauen, wo die Tochter an Tag fünf auf ihrer neuen Schule geblieben ist. 

Als jemand, der diese Strecken gerne mit dem Rad bis weit in den Herbst hinein mit den Kindern zurücklegt, habe ich für die Eltern Verständnis, die auf das PKW und die eigene Beförderung zurückgreifen. Nicht wenige von uns arbeiten nebenbei und haben einen Alltag zu organisieren. Da ist diese Ungewissheit schlicht nicht hilfreich. 

Die Schülerbeförderung mit dem 520er gehört dringend auf den Prüfstand. Hier hat sich etwas gegenüber den vorangegangenen Schuljahren verändert. Dieser Bus war in den Wintermonaten morgens in EVESTORF nie so voll wie zurzeit. An dieser Stelle möchte ich auch betonen, dass die Busse allesamt planmäßig gefahren sind. Wenn es Ihnen tatsächlich um die Reduzierung der “Elterntaxis“ geht, dann möchte ich Sie im Interesse unserer Kinder um Unterstützung für eine sichere, adäquate, verlässliche und mit angemessenen Abfahrtszeiten versehene Schülerbeförderung bitten. 

Setzen Sie sich für eine Schülerbeförderung ein, die diesen Namen auch verdient. 

Die Polizei wird hier keine Abhilfe schaffen. Abhilfe können aus meiner Sicht nur größere und auch mit Blick auf den Ganztag (Ende 14.15 Uhr) zusätzliche Fahrzeuge bringen. Eine 44 minütige Wartezeit bis der 1. Bus nach Schulschluss kommt, ist an dieser Stelle nicht hilfreich und absolut weltfremd. Niemand von uns würde sich derart lange ins Wartehäuschen setzen im Winter um drei Kilometer befördert zu werden- von unseren sechs- bis zehnjährigen Kindern wird dies erwartet. 

Im Winter sollen auch unsere jüngeren Kinder auf den Bus umsteigen, sofern eine Verbesserung eintritt. Ansonsten werden wohl auch wir uns den Elterntaxis anschließen. 

Wenn Sie nicht der richtige Adressat sein sollten, dann möchte ich darum bitten, mir mitzuteilen, wer dies dann sein soll. 

Danke für Ihre Rückmeldung.

Hochachtungsvoll",

Martin Frost

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