Wennigsen. Die Diskussion um die sogenannten Kölner Teller am Bröhnweg geht in die nächste Runde. Rund 1.100 Unterschriften wurden dem Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen, Ingo Klokemann, von der Leitung des ELAN Fitness, Wellness & Spa übergeben. Die Unterzeichner sprechen sich für eine Prüfung alternativer Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung aus. Der Bürgermeister schlug im Ausschuss für Feuerschutz, öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales einen Kompromiss vor.
Im Mittelpunkt der Petition steht die Forderung, die Kölner Teller am Bröhnweg zurückzubauen und stattdessen nach anderen Möglichkeiten für eine sichere Verkehrsberuhigung zu suchen. Die Initiatoren betonen dabei, dass es ihnen nicht grundsätzlich um eine Ablehnung von Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung gehe. Vielmehr sollten aus ihrer Sicht auch die Auswirkungen auf Anwohner, Verkehrsteilnehmer sowie Rettungs- und Einsatzfahrzeuge berücksichtigt werden.
Petition wird wie eine formelle Eingabe behandelt
Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wennigsen hat sich in seiner Sitzung am 15. September bereits mit der Einreichung beschäftigt. Nach Angaben der Verwaltung wurden die rund 1.100 Unterschriften in unterschiedlichen Formen übergeben. Etwa die Hälfte lag als Ausdruck beziehungsweise mit Originalunterschriften vor, die andere Hälfte wurde elektronisch gesammelt, allerdings nicht über ein Online-Portal.
Dadurch konnte nicht vollständig nachvollzogen werden, aus welchen Orten die Unterzeichner stammen. Auch der Wohnort der Unterzeichner konnte nach Angaben der Verwaltung nicht überprüft werden. Zudem seien Teile der handschriftlichen Unterschriftenlisten nur schwer lesbar gewesen.
Dennoch sah der Verwaltungsausschuss einen klaren Willen, dass sich die Politik erneut mit dem Thema auseinandersetzen soll. Ausgehend von der Annahme, dass etwa die Hälfte der Unterzeichner aus der Gemeinde Wennigsen stammt, wurde beschlossen, die Eingabe wie eine Petition zu behandeln.
Forderung nach Alternativen
Die hohe Anzahl an Unterstützern zeige, dass dieses Thema zahlreiche Menschen in Wennigsen bewege und ein entsprechender Gesprächsbedarf bestehe, heißt es in der Petition.
Die Initiatoren fordern insbesondere, mögliche Alternativen zu den derzeitigen Kölner Tellern zu prüfen. Dabei gehe es darum, eine Lösung zu finden, die sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Belange der Anwohner und Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Auch die Situation für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge soll nach dem Wunsch der Petenten einbezogen werden.
Mit der nun beschlossenen Beratungsfolge ist das Thema damit erneut auf der politischen Tagesordnung. Welche Alternativen zu den Kölner Tellern geprüft werden und ob sich daraus Konsequenzen für die bestehende Verkehrsberuhigung am Bröhnweg ergeben, soll in den anstehenden Beratungen geklärt werden.
Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern hat Priorität
Bürgermeister Klokemann erklärte zur Situation, dass bei Messungen im Vorfeld bis zu 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell auf dem Bröhnweg unterwegs waren, weshalb man die Entscheidung für die Kölner Teller getroffen hatte. Nun habe es nach dem Einbau der Kölner Teller erneut Geschwindigkeitsmessungen gegeben und es zeigte sich, dass die Geschwindigkeit deutlich reduziert wurde, was die Wirkung der Teller bezeuge. Gleichzeitig wolle man nicht härter Eingreifen als notwendig, so der Bürgermeister.
Ein Kompromiss wäre, dass man an einer Stelle eine der drei Reihen von Tellern reduziere und erneut eine Wirksamkeit prüfe. Vielleicht sei auch ausreichend, jeweils nur eine Reihe von Tellern auf der Straße zu belassen. „Vom Hersteller wird die Anbringung in drei Reihen empfohlen, aber wir können das Überprüfen“, so der Bürgermeister. Da die Kölner Teller mit einem Spezialkleber angebracht werden, sei der Auf- und Abbau vergleichsweise leicht zu machen. Grundsätzlich stehe die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger im Fokus.

