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Verkehrsunfallstatistik 2025: Weniger Tote, aber mehr Unfallfluchten

Symbolfoto.

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Ronnenberg/Region. Das Polizeikommissariat Ronnenberg hat seine Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgelegt. Für die Gemeinden Ronnenberg, Gehrden, Hemmingen und Wennigsen zeigt die Bilanz ein gemischtes Bild: Während die Zahl der Verkehrstoten drastisch gesunken ist, erreichen E-Scooter-Unfälle und Unfallfluchten neue Höchstwerte.

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Gesamtunfälle stabil auf Mittelwertniveau

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des PK Ronnenberg ist 2025 leicht auf 1.439 gestiegen — nach 1.393 im Vorjahr, was einem Plus von 46 Unfällen entspricht. Damit liegt der Wert jedoch exakt im Rahmen des Fünfjahresmittelwerts. Zum Vergleich: 2023 war mit 1.550 Unfällen der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre verzeichnet worden, 2021 der niedrigste mit 1.350. Die Entwicklung wird von der Polizei daher als unauffällig eingestuft.

Nur eine Verkehrstote — dramatischer Rückgang gegenüber den Vorjahren

Das markanteste Ergebnis des Berichtsjahres: Im gesamten Zuständigkeitsbereich kam 2025 nur eine Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben. In den Jahren 2022, 2023 und 2024 hatte die Zahl der Verkehrstoten jeweils bei sechs gelegen — 2021 waren es zwei. Der einzige tödliche Unfall des Jahres ereignete sich am 4. Februar 2025 auf der K231 bei Gehrden: Eine 42-jährige PKW-Fahrerin geriet in einer Linkskurve in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit einem LKW. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen, der 32-jährige LKW-Fahrer wurde leicht verletzt.

Schwerverletzte: Anstieg gegenüber Vorjahr, aber noch im niedrigen Bereich

Die Zahl der Schwerverletzten stieg 2025 auf 26 — nach dem historisch niedrigen Wert von 19 im Jahr 2024. Im längerfristigen Vergleich bleibt der Wert jedoch niedrig: 2023 waren es noch 38 Schwerverletzte, 2022 35 und 2021 31. Besonders auffällig ist der Anstieg bei schwerverletzten Fußgängern: Waren es 2024 noch zwei, stieg die Zahl 2025 auf sieben. Bei schwerverletzten Fahrrad- und Pedelecfahrenden hingegen sank die Zahl von sieben auf fünf, bei Kradfahrenden von vier auf zwei. Die Zahl schwerverletzter PKW-Insassen blieb mit neun gegenüber sechs im Vorjahr leicht erhöht, liegt aber deutlich unter dem Wert von 2023 (zehn) und 2022 (13).

Leichtverletzte: Konstant auf Mittelwertniveau

Die Zahl der Leichtverletzten blieb mit 234 im Jahr 2025 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (233) und entspricht dem Fünfjahresmittelwert. Zum Vergleich: 2023 waren es 264 Leichtverletzte, 2022 252 und 2021 203. Innerhalb dieser Kategorie zeigt sich ein gegenläufiger Trend: Die Zahl der leichtverletzten Fahrrad- und Pedelecfahrenden stieg leicht von 73 auf 81, während die leichtverletzten PKW-Insassen von 109 auf 98 sanken. Bei Fußgängern blieb die Zahl mit 17 nahezu stabil gegenüber 16 im Vorjahr.

Unfalltypen: Mehr als die Hälfte sind „Sonstige Unfälle"

Die Auswertung der Unfalltypen zeigt ein klares Bild: Mit 52,4 Prozent machen sogenannte „Sonstige Unfälle" den mit Abstand größten Anteil aus. Dazu zählen etwa Wildunfälle, Unfälle beim Wenden oder Rückwärtsfahren sowie Kollisionen zwischen parkenden Fahrzeugen. An zweiter Stelle folgen Unfälle durch ruhenden Verkehr mit 16,75 Prozent, gefolgt von Unfällen im Längsverkehr (10,7 Prozent), Fahrunfällen (7,85 Prozent) und Einbiegen- bzw. Kreuzen-Unfällen (7,57 Prozent). Abbiegeunfälle machen 4,03 Prozent aus, Überschreiten-Unfälle mit Fußgängerbeteiligung 0,69 Prozent.

Risikogruppen: Senioren und junge Erwachsene stärker betroffen

Bei den altersbezogenen Risikogruppen sticht besonders die Gruppe der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren hervor: 13 wurden 2025 schwer verletzt — nach sechs im Jahr 2024, aber deutlich weniger als in den Spitzenjahren 2022 und 2023 (jeweils 15). Bei den Leichtverletzten in dieser Gruppe stieg die Zahl leicht von 36 auf 38. Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren verzeichneten bei den Schwerverletzten einen Anstieg von null (2024) auf fünf. Bei den Leichtverletzten dieser Gruppe stieg die Zahl von 25 auf 32. Kinder bis 14 Jahren blieben mit zwei Schwerverletzten und 22 Leichtverletzten auf einem stabilen und vergleichsweise niedrigen Niveau — 2024 waren es ein Schwerverletzte und 25 Leichtverletzte.

Radfahrende: Niedrigster Wert seit fünf Jahren — aber Helmpflicht bleibt ignoriert

Die Zahl der am Unfallgeschehen beteiligten Rad- und Pedelecfahrenden sank 2025 auf 93 — nach 98 im Vorjahr und einem Fünfjahreshoch von 136 im Jahr 2022. Damit wurde der niedrigste Wert des gesamten Berichtszeitraums erreicht. Weder 2024 noch 2025 kam ein Radfahrender ums Leben; die Zahl der Schwerverletzten sank von sieben auf fünf. Die Leichtverletzten stiegen leicht von 73 auf 81. Kritisch bewertet die Polizei jedoch, dass 48 Prozent der verunglückten Radfahrenden keinen Helm trugen. In 28 Fällen — nach 27 im Vorjahr — stürzten Radfahrende allein, ohne Fremdbeteiligung. Örtliche Unfallschwerpunkte konnten nicht ausgemacht werden.

E-Scooter: Neuer Höchstwert — und Minderjährige im Fokus

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei E-Scooter-Unfällen: Mit 16 Unfällen im Jahr 2025 wurde der höchste Wert seit Einführung dieser Fahrzeugkategorie erreicht — nach sechs Unfällen 2024, zwölf in 2023 und je einem in 2021 und 2022. Die Zahl der dabei leichtverletzten E-Scooter-Fahrenden stieg von vier auf 13, zudem wurde erstmals seit Jahren wieder eine Person schwer verletzt (2024: null). Besonders besorgniserregend ist die Altersstruktur: Acht der beteiligten Fahrenden waren zwischen 14 und 18 Jahren alt, einer sogar jünger als 14 — und durfte das Fahrzeug damit rechtlich gar nicht nutzen. Das PK Ronnenberg kündigt an, das Thema E-Scooter 2026 verstärkt in die Verkehrsüberwachung einzubeziehen und Präventionsmaßnahmen zu starten.

Unfallfluchten: Deutlicher Anstieg — aber auch bessere Aufklärung

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten stieg 2025 auf 433 — nach 394 im Vorjahr und 392 im Jahr 2023. Das ist der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre; 2021 waren es noch 334 Fälle. Gleichzeitig stieg jedoch auch die Aufklärungsquote: 171 Fälle wurden aufgeklärt (2024: 142), was einer Quote von 39,5 Prozent entspricht — gegenüber 36 Prozent im Vorjahr. Von den 20 Unfallfluchten mit Personenschaden konnten elf und damit mehr als die Hälfte aufgeklärt werden. Die Polizei weist darauf hin, dass unerlaubtes Entfernen vom Unfallort eine Straftat ist und mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Zeugen werden gebeten, Kennzeichen zu notieren und sich umgehend zu melden.

Ausblick 2026: Schwerpunkte Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit und E-Scooter

Das PK Ronnenberg wird im laufenden Jahr verstärkte Verkehrskontrollen mit den Schwerpunkten Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit sowie Sicherheit im Radverkehr und E-Scooter-Nutzung durchführen.

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