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Weniger Salz, mehr Umwelt: Grüne Fraktion will private Winterwartung neu ausrichten

Symbolfoto. Quelle: Erstellt mit KI.

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Wennigsen. Mit einem umfassenden Antrag zur Winterwartung bringt die Grüne Fraktion im Rat der Gemeinde Wennigsen das Thema Streusalz im privaten Bereich erneut auf die politische Agenda. Ziel ist es, Bürger stärker für die ökologischen und ökonomischen Folgen des Salzeinsatzes zu sensibilisieren und den Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen zu fördern.

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Kern des Antrags ist eine Änderung der Straßenreinigungsverordnung. Bisher gilt in Wennigsen zwar ein Verbot „schädlicher Chemikalien“ im Winterdienst, Streusalz fällt nach Auslegung der Verwaltung jedoch nicht darunter und ist somit zulässig. Die Grünen fordern nun eine eindeutige Regelung: Auf öffentlichen Verkehrsflächen, die von Anwohnerinnen und Anwohnern gereinigt werden müssen, soll grundsätzlich auf Streusalz verzichtet werden. Nur bei extremen Wetterlagen wie Eisregen oder Blitzeis soll die Gemeinde das Verbot zeitlich befristet aufheben können.

Flankiert werden soll diese Regelung durch eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne. Bereits vor Beginn der Wintersaison will die Verwaltung über eigene Kanäle und weitere Medien darüber informieren, dass Streusalz – abgesehen von klar definierten Ausnahmefällen – nicht zulässig ist. Gleichzeitig sollen die Gründe dafür transparent gemacht werden.

Denn die Folgen des Salzeinsatzes sind vielfältig: Streusalz schädigt Pflanzen und Bäume, belastet Böden und Gewässer, greift Straßenbeläge sowie Gebäude an und kann Haustieren gesundheitliche Probleme bereiten. Hinzu kommt, dass die Wirkung gegen Glätte oft nur kurzfristig ist, da Tauwasser später erneut gefriert. Bundesweit werden jährlich Millionen Tonnen Streusalz ausgebracht – rund ein Drittel davon im privaten Bereich.

Um den Umstieg zu erleichtern, schlägt die Grüne Fraktion konkrete Unterstützungsangebote vor. Geplant sind unter anderem ein Beratungsservice der Gemeinde zu geeignetem Streugut, die Bereitstellung von Splitt oder ähnlichen abstumpfenden Materialien in den Ortsteilen sowie eine Umtauschmöglichkeit für bereits gelagerte Streusalzvorräte. Auch der Einzelhandel soll eingebunden werden, indem das Angebot an Streusalz reduziert und umweltfreundliche Alternativen stärker in den Fokus gerückt werden.

Mit ihrem Antrag will die Grüne Fraktion nicht nur rechtliche Klarheit schaffen, sondern vor allem ein Umdenken anstoßen. Die Winterwartung im privaten Bereich sei ein oft unterschätzter Faktor für Umwelt- und Klimaschutz – und eine Aufgabe, bei der jede und jeder Einzelne Verantwortung übernehmen könne.

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