Wennigsen. Zum Start des neuen Ganztagsangebots an den Grundschulen in Wennigsen und Bredenbeck wurde Kritik von Eltern und Schulen laut, da es unter anderem bei Betreuung, Mittagsverpflegung und Schülerbeförderung zu Problemen kommt. Die Gemeinde nimmt die Hinweise nach eigenen Angaben ernst und hat Gespräche mit den zuständigen Beteiligten aufgenommen.
Ganztag als gemeinsame Aufgabe
„Der Ganztag ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, erklärt Bürgermeister Ingo Klokemann. Die Schulen und Betreuungsträger setzen den Ganztag vor Ort um. Die Gemeinde ist unter anderem für die Betreuung in Randzeiten und Ferien sowie für die Mittagsverpflegung zuständig.
Für den Unterricht und den schulischen Ganztag liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Schulen. Die Betreuung in Randzeiten und Ferien organisiert die Gemeinde. In Bredenbeck übernimmt diese Aufgabe die Johanniter-Unfall-Hilfe, in Wennigsen das Deutsche Rote Kreuz. Hinweise zur Aufsicht sollen gemeinsam mit den Schulen und Betreuungsträgern besprochen werden.
Mängel bei der Mittagsverpflegung
Probleme gab es seit dem Start des Ganztags auch bei der Mittagsverpflegung. Die Gemeinde habe Mängel beim Caterer VielfaltMenü jeweils tagesaktuell beanstandet.
Inzwischen hat ein gemeinsames Gespräch mit den Schulleitungen, den Betreuungsträgern, den Küchenleitungen und VielfaltMenü im Rathaus stattgefunden. Dabei wurden konkrete Verbesserungen der Abläufe vereinbart und festgehalten. Die Geschäftsführung von VielfaltMenü habe zugesagt, die festgestellten Fehler abzustellen.
Die Gemeinde will nun überprüfen, ob die getroffenen Vereinbarungen im Alltag eingehalten werden. Bei den geplanten Elternabenden in Bredenbeck und Wennigsen soll jeweils auch ein Vertreter von VielfaltMenü anwesend sein und Fragen der Eltern beantworten.
Abläufe müssen sich noch einspielen
Der Start des Ganztags für alle vier Jahrgänge an beiden Grundschulen bedeutet laut Bürgermeister eine große organisatorische Umstellung. Nach Angaben der Gemeinde müssen deshalb in den ersten Wochen an einigen Stellen noch Abläufe angepasst werden. Der Austausch mit Schulen und Betreuungsträgern soll fortgesetzt werden.
Gleichzeitig verweist die Gemeinde darauf, dass es neben den Problemen auch zahlreiche positive Rückmeldungen aus der Elternschaft, von den Schulen und von Kooperationspartnern gebe. Viele bauliche, organisatorische und personelle Vorbereitungen seien in kurzer Zeit abgeschlossen worden.
„Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die sich vor Ort mit großem Einsatz um die Kinder kümmern und die noch offenen Fragen gemeinsam lösen“, sagt Klokemann.
Gemeinde wendet sich wegen Schülerbeförderung an Region
Auch bei der Schülerbeförderung liegen Rückmeldungen von Eltern und Schulen vor. Die Gemeinde hat sich deshalb nach eigenen Angaben umgehend an die Region Hannover gewandt. Diese ist nach § 114 des Niedersächsischen Schulgesetzes für die Schülerbeförderung zuständig.
Die Region habe kurzfristig reagiert und prüfe gemeinsam mit regiobus die Auslastung der betroffenen Fahrten. Sollte sich dabei zeigen, dass die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen, könnten größere Fahrzeuge oder zusätzliche Fahrten eingesetzt werden.
Eine Entscheidung darüber liegt bislang allerdings noch nicht vor. Auch einen möglichen Zeitpunkt für Änderungen kann die Gemeinde deshalb derzeit nicht nennen.
Gemeinde wartet auf weitere Ergebnisse
Bei der Betreuung und der Mittagsverpflegung sind inzwischen Gespräche geführt und erste Maßnahmen vereinbart worden. Ob diese im Alltag die gewünschten Verbesserungen bringen, soll sich in den kommenden Tagen zeigen.
Bei der Schülerbeförderung wartet die Gemeinde unterdessen auf das Ergebnis der Prüfung durch die Region Hannover.



