Wennigsen/Bredenbeck. In Bredenbeck hat sich eine Biberfamilie im Regenrückhaltebecken am Rittergut angesiedelt – und sorgte für Konflikte zwischen Naturschutz und Hochwasserschutz. Ein von den Tieren errichteter Damm beeinträchtigte die Wehranlage, was bei Starkregen gefährlich hätte werden können. Die Gemeinde ließ im September letzten Jahres den Damm daher teilweise abtragen und installierte Stromlitzen, um weiteren Ausbau zu verhindern. Doch was hat die Biberfamilie in der Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel getrieben? .
„Die Biberfamilie in Bredenbeck ist weiterhin aktiv in ihrem Revier. Auch über die Feiertage und den Jahreswechsel hinweg wurden entsprechende Aktivitäten festgestellt“, erklärt Bürgermeister Ingo Klokemann auf Nachfrage der Redaktion, „Dabei wurde insbesondere ein weiterer Ausbau des bestehenden Damms unterhalb des Wehres beobachtet. Die Spuren der Tiere waren aufgrund der Schneelage gut erkennbar.
Neu angelegte Dämme sind der Gemeindeverwaltung derzeit nicht bekannt. Der Ausbau des bestehenden Damms unterhalb des Wehres habe aber zu einem erhöhten Wasserstand geführt. „Zur Reduzierung dieses Wasserstands liegt der Gemeinde Wennigsen eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover zur Absenkung des Damms vor“, so der Bürgermeister weiter. Die Absenkung darf ausschließlich unter fachlicher Begleitung der Ökologischen Schutzstation Mittlere Leine erfolgen und ist für die vierte Kalenderwoche 2026 vorgesehen.
Der aktuelle Wasserstand erfordert ein Handeln, das derzeit planmäßig und abgestimmt erfolgt. „Ein sofortiges Eingreifen ist gegenwärtig weder erforderlich noch ohne fachliche Begleitung zulässig; Ausnahmen kommen nur bei einer entsprechenden Verschärfung der Situation in Betracht.“
Darüber hinaus hat die Gemeinde eine sogenannte Revierkartierung in Auftrag gegeben. Diese dient als fachliche Grundlage für weitergehende und langfristige Maßnahmen im Biberrevier. Die Kartierung soll im Januar und Februar durchgeführt werden.
Das Vorgehen erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover. „Die Gemeinde Wennigsen verfolgt dabei das Ziel, den Hochwasserschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner sicherzustellen und gleichzeitig den gesetzlichen Schutz des Bibers als streng geschützte Art zu berücksichtigen“, erklärt Kolkemann abschließend.

