Wennigsen. Die Sanierung der Möllerburgkreuzung in Wennigsen sorgt anscheinend für wachsende Unruhe bei Unternehmern. In einem offenen Brief an Bürgermeister Ingo Klokemann begrüßt die Wirtschaftliche Interessengemeinschaft Wennigsen (WIG) zwar die verkehrlichen Verbesserungen, warnt jedoch eindringlich vor den Folgen der monatelangen Bauarbeiten. Besonders die Dauer der Maßnahme und die zeitweise Vollsperrung könnten erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Alltag in der Gemeinde haben..
Offener Brief der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft Wennigsen (WIG):
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Klokemann,
die Wirtschaftliche Interessengemeinschaft Wennigsen (WIG) unterstützt ausdrücklich die geplante Sanierung und den Umbau der Möllerburgkreuzung. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, sowie die Modernisierung der Infrastruktur sind wichtige und nachvollziehbare Ziele für die Entwicklung unserer Gemeinde. Auch die Anbindung der neuen Feuerwehrzufahrt und die Erneuerung der Ampelanlage sind notwendige Maßnahmen.
Gleichzeitig sehen wir uns jedoch in der Verantwortung, die erheblichen Auswirkungen der monatelangen Baustelle auf Gewerbe, Pendler, Familien, Schulen und den gesamten Alltag in Wennigsen deutlich anzusprechen. Die angekündigte Bauzeit von rund vier Monaten mit einer einmonatigen Vollsperrung stellt für viele Betriebe und Bürger bereits jetzt eine enorme Belastung dar. Der Ortsteil Degersen wird zeitweise faktisch abgeschnitten. Verbindungen in Nachbarkommunen fallen weg. Umleitungsstrecken belasten andere Wohngebiete massiv. Pendler müssen erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Busverkehr, Schulwege und alltägliche Abläufe werden komplizierter und unzuverlässiger.
Besonders betroffen sind jedoch die ansässigen Unternehmen. Bereits jetzt berichten Betriebe von deutlichen Veränderungen im Kundenverkehr und bei der Erreichbarkeit. Für manche Unternehmen bedeutet die Baustelle einen spürbaren wirtschaftlichen Einschnitt. Weniger Durchgangsverkehr, erschwerte Zufahrten, längere Wege und Unsicherheit bei Kunden führen unmittelbar zu Umsatzeinbußen. Einige Betriebe stehen vor der Sorge, über Monate hinweg nur eingeschränkt erreichbar zu sein.
Die Gemeinde selbst hat wiederholt betont, dass die Fertigstellung oberste Priorität habe und ein „sportlicher Zeitplan“ verfolgt werde. Genau daran messen wir das Projekt nun auch.
Die WIG erwartet deshalb mit Nachdruck:
- die konsequente Einhaltung der angekündigten Bauzeit,
- maximale Beschleunigung aller Bauabläufe,
- eine transparente und regelmäßige Kommunikation über den Fortschritt,
- schnelles Eingreifen bei Verzögerungen,
- sowie eine verlässliche Erreichbarkeit für betroffene Betriebe während sämtlicher Bauphasen.
Für die örtliche Wirtschaft ist klar: Eine Verlängerung der Maßnahme über den angekündigten Zeitraum hinaus wäre nicht akzeptabel.
Die Belastungsgrenze vieler Unternehmen ist bereits jetzt hoch. Zusätzliche Wochen oder gar Monate würden die wirtschaftlichen Folgen erheblich verschärfen und das Vertrauen in die Planungssicherheit der Gemeinde nachhaltig beschädigen.
Wir appellieren daher eindringlich an Verwaltung, Bauleitung und alle beteiligten Stellen, alles organisatorisch und personell Mögliche zu tun, um die Bauarbeiten zügig, effizient und termingerecht abzuschließen.
Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewerbetreibenden in Wennigsen tragen die Einschränkungen mit Verständnis – aber dieses Verständnis ist unmittelbar an Verlässlichkeit und Tempo geknüpft. Die Gemeinde darf die Menschen und Betriebe mit den Folgen dieser Baustelle nicht länger belasten als angekündigt.
Mit freundlichen Grüßen
Philip Pappermann
Vorsitzender der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft Wennigsen (WIG)
Markus Hugo
Geschäftsführer der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft Wennigsen (WIG)

