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Sanierungsprojekt: Wennigser Wirtschaft schaut sich Lauenau an

Wennigsen / Lauenau.

Der Flecken Lauenau, rund 3.000 Einwohner, ist erheblich kleiner als die Gemeinde Wennigsen mit rund 14.000 Einwohnern (davon leben 6.000 im Kernort). Während Wennigsen mehrere Millionen Euro Schulden hat, kann sich Lauenau über einen ausgeglichenen Haushalt freuen, erzielt sogar leichte Überschüsse. Das hat einen Grund: die Sanierung der Innenstadt seit 2001. Heute finden sich in Lauenau eine Vielzahl an Ladengeschäften, darunter rund zehn Gastronomie-Betriebe, etwa 500 öffentliche Parkplätze und unzählige Garagen. Ein Neubaugebiet jagt das nächste. Obwohl der Ort nur halb so groß ist und halb so viele Einwohner hat wie Wennigsen, läuft es in Lauenau richtig gut. Auch ein Grund dafür: der frühere Bürgermeister Uwe Heilmann.

Der "Arbeitskreis Hauptstraße" der WIG war am 30. Mai zu Gast in Lauenau und ließ sich von Heilmann durch den Ort führen - beginnend an dem mit 600 Sitzplätzen ausgestatteten Veranstaltungszentrum "Sägewerk", das ebenfalls im Rahmen der Sanierung entstand. Aus dem Staunen kamen die Gewerbetreibenden kaum noch heraus, als Uwe Heilmann erklärte, die Grundsteuer B betrage 320 Punkte (Wennigsen: 460 Punkte), die Gewerbesteuer 360 Punkte (Wennigsen: 440 Punkte). Die Kommune hat im Rahmen des Sanierungsverfahrens zahlreiche Häuser gekauft, in denen sie im Erdgeschoss Ladenlokale und darüber Wohnräume schaffte. "Wir nehmen für sanierte Wohnungen 3,70 Euro je Quadratmeter", bescheinigte Heilmann sein Konzept der Nachhaltigkeit. "Wir wollen doch, dass insbesondere die jungen Leute auch hier wohnen bleiben. Unsere Feuerwehr profitiert mit großer Einsatzstärke davon".

Was die Sanierung angeht, ist Lauenau einen anderen Weg gegangen als die Gemeinde Wennigsen: "Wir hatten keinen Sanierungsträger zwischengeschaltet, sondern selber die Arbeiten vergeben und die Verhandlungen geführt. Ich war mindestens zweimal am Tag vor Ort an der Baustelle und habe mir selber ein Bild gemacht und dabei die Sorgen und Nöte aller Beteiligten aufgenommen. Das wichtigste ist, miteinander auf kurzen Wegen und ohne Umwege zu sprechen", verriet Heilmann das Geheimrezept.

Die WIG plädiert seit Beginn der Planungen zur Sanierung der Wennigser Haupt- und Hirtenstraße dafür, ausreichend öffentliche Parkflächen zu schaffen, von Beginn an einen von Rathaus und Sanierungsträger externen und unabhängigen Baustellenkümmerer einzusetzen, die Ladengeschäfte permanent erreichbar zu halten, in mehreren Abschnitten zu Bauen und unnötige Schnörkeleien zu unterlassen. "Wir sollten in Lauenau nach Ansicht der Fördermittelgeber auch einige ´sieht-doch-schöner-aus´-Maßnahmen ergreifen, haben uns aber aus Kostengründen dagegen entschieden."

Die Arbeitsgruppe der WIG geht mit vielen Neuigkeiten in die weiteren Planungen. In Kürze will wohl Bürgermeister Christoph Meineke den Namen des Sanierungsträgers bekanntgeben, der Verwaltungsausschuss des Rates hat bereits in der letzten Woche darüber entschieden.