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... und plötzlich ist es Krebs: „Mein Super-Gau war passiert“

Maria Hugo wird heute 70.

Region.

Anfang Januar um "Fünf vor Zwölf" haben wir mit der Kampagne "... und plötzlich ist es Krebs" begonnen, um der Krankheit ein Gesicht zu verleihen. Zahlreiche Leserzuschriften sind schon jetzt eingegangen, jede einzelne Geschichte ist berührend. Machen auch Sie mit - schicken Sie uns Ihre Geschichte.

Heute berichtet Maria Hugo (70) aus Barsinghausen von ihren Erlebnissen mit Krebs:

„Ich feiere heute meinen 70. Geburtstag - und ich will meine Geschichte erzählen. Vor zweieinhalb Jahren machte ich eine Entdeckung, die mein Leben verändern sollte. Beim Duschen ertastete ich eine Stelle, die mir merkwürdig vorkam. Ich ging zu meinem Hausarzt, der mich sofort zu einem Spezialisten nach Gehrden weiterleitete. Nach einer Darmspiegelung hieß es Mitte Juni 2015: Sie haben Darm-Krebs. Eine Welt brach für mich zusammen. Es ging dann auch alles sehr schnell, keine vier Wochen später war ich schon operiert. Ich hatte vor dem Eingriff den Ärzten immer und immer wieder eines gesagt: ich möchte auf keinen Fall einen künstlichen Darmausgang. Ich hatte so viele gruselige Geschichten dazu gehört. Am Tag nach der Operation kam ich auf Station, irgendwann kam endlich ein Arzt zur Visite. Seine Nachricht riss mir den Boden unter den Füßen weg. „Frau Hugo, Sie haben einen dauerhaften künstlichen Ausgang erhalten“, sagte er. Mehr habe ich nicht mehr gehört. Ich rief meine Familie an, ich konnte aber nicht sprechen. Minuten später waren meine Lieben bei mir, trösteten mich, bauten mich auf. Mein „Super-Gau“ war passiert. Was sollte ich jetzt tun, wie sollte es weitergehen – welche Wahl hatte ich?! Ich habe viel gelesen und mit Menschen gesprochen. Schon am nächsten Tag fasste ich einen Beschluss: das Leben geht weiter, ich lasse mich vom Krebs und seinen Folgen nicht klein kriegen. Ich habe mich schlau gemacht, viel gefragt und mich beraten lassen. Sehr schnell konnte ich feststellen, mein „Stoma“ gibt mir beinahe alle Freiheiten, die ich auch vorher hatte. Und: Ich ging mit dem Thema absolut offen um und habe Freunden, Nachbarn und auch meinen Kunden davon berichtet. Und siehe da: Plötzlich offenbarten sich mir eine ganze Reihe an Menschen, die selber oder deren Partner ebenfalls direkt davon betroffen sind. Menschen, die ich seit 20 Jahren schon kannte, berichteten wie nebenbei davon, dass sie seit vielen Jahren schon einen künstlichen Ausgang bekommen hatten und damit wunderbar leben könnten.

Ich bin seit vielen Jahren regelmäßig zur Mammografie gegangen und auch beim Haut-Screening gewesen. Den Darm hatte ich nicht so genau auf dem Schirm. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war. Aber es ging gerade noch gut, weil ich auf meinen Bauch gehört habe. Ich kann nur jedem raten, regelmäßig und rechtzeitig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Und: das Gefühl für den eigenen Körper nie verlieren.“

Haben auch Sie Erfahrungen mit Krebs gemacht?

Lassen Sie uns und unsere Leser daran teilhaben. Ab sofort veröffentlichen wir jede Woche am Freitag um 11.55 Uhr ("Fünf vor Zwölf") einen Erfahrungsbericht zum Thema Krebs und geben der Krankheit ein Gesicht. Zeigen Sie Ihr Gesicht, machen Sie Menschen Mut, gegen den Krebs anzukämpfen. Machen Sie Menschen Mut, zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.

Schreiben Sie uns an redaktion@con-nect.de oder redaktion@leine-on.de oder rufen Sie uns an, schreiben eine SMS oder WhatsApp an 01 74 - 37 87 461.