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Kommunalwahl 2026 in Barsinghausen: Wie kann die Kinderbetreuung verlässlich gesichert werden? (4/7)

Quelle Logos: jeweilige Partei.

Barsinghausen. Am Sonntag, 13. September, finden in Niedersachsen die Kommunalwahlen statt. Auch in Barsinghausen wählen die Bürger einen neuen Rat. Mit diesen Standpunkten positionieren sich die Parteien und Wählergemeinschaften.

Am 13. September gibt es einiges zu wählen. Neben Regionsversammlung und neuem Regionspräsidenten, geht es in Barsinghausen auch um einen neuen Stadtrat. Um die Positionen der verschiedenen Parteien und Wählergemeinschaften herauszufinden, hat die Redaktion den Parteien verschiedene Fragen gestellt. Jeden Werktag wird eine Frage von den Parteien beantwortet, sodass die Antworten direkt verglichen werden können.

Wie kann die Kinderbetreuung verlässlich gesichert werden?

FDP: "Die FDP fordert verlässliche und flexible Betreuungszeiten, damit Familie und Beruf besser vereinbar sind. Der Personalmangel in Krippen und Kitas soll durch attraktive Arbeitsbedingungen, mehr Ausbildungsangebote und die stärkere Zusammenarbeit mit freien Trägern verringert werden. Zudem seien eine frühzeitige Bedarfsplanung und ein rechtzeitiger Ausbau der Kita-Plätze notwendig, um Engpässe zu vermeiden und die Betreuungsqualität langfristig zu sichern."

AfB-WG: "Nötig sind verlässliche Bedarfsplanung, ausreichend Plätze und ein Flexibilitätspuffer. Wir haben eine Bedarfsorientierung von 105% gefordert. Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, um Fachkräfte zu halten und zu gewinnen. Kooperationen, Ausbildungsoffensiven und flexible Modelle können kurzfristig entlasten und langfristig Qualität sichern. Die Stadt sollte gemeinsam mit Trägern, Schulen und Vereinen flexible Lösungen entwickeln und Betreuungsangebote bedarfsgerecht ausbauen."

Die Linke: "Wir fordern einen beteiligungsorientierten Dialog mit den Akteur*innen (Familien, Kita-Personal und Stadtverwaltung), um die gute und qualitativ hochwertige Betreuung in den Kitas für Barsinghausen weiter zu verbessern. Der Kita-Alltag steht und fällt mit engagierten und gut ausgebildeten Fachkräften. Daher setzt sich Die Linke für eine landesweite Fachkräfteoffensive ein. Denkbar wäre auch die Schaffung eines Vertretungspools, um spontane Kita-Schließungen bei Krankheitswellen abzumildern."

UWG: "Flächendeckend muss eine Software genutzt werden, die die Anzahl zu erwartender notwendiger Betreuungsplätze kalkuliert, anhand von dem jetzigen Stand von Kindern und Geburten sowie Zuzüge und Wegzüge von Familien. Es muss laufend aktualisiert werden. So sollte es mit geringfügigen Abweichungen möglich sein, den Bedarf zu ermitteln. Dieses forderte die UWG schon vergeblich im Jahr 2019."

AfD: "Die finanzielle Lage der Kommunen ist vor allem als Folge bundespolitischer Entscheidungen zu sehen. Ursachen sind unter anderem die Energiepolitik, Migration, die Corona-Maßnahmen, Ausgaben im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, Sanktionen gegen Russland, die Verkehrswende sowie das Heizungsgesetz. Kommunen könnten diese Entwicklungen nicht ausgleichen. Uns erstaunt die Naivität Ihres Fragenkatalogs. Kommunen sind nicht in der Lage, die Folgen einer Planwirtschaft abzufedern."

SPD: "In einem Arbeitnehmermarkt wie der Kitabetreuung ist der wichtigste Punkt die Sicherstellung der Mitarbeiterzufriedenheit. Dazu gehören Angebote wie Zuschüsse für den ÖPNV und Fitness, aber auch das Eingehen auf Wünsche zu Arbeitsort und Arbeitszeitmodellen. Ferner hat die Verwaltung in letzter Zeit ihre Akquiseaktivitäten verstärkt und versucht vermehrt auch über Sozial Media Personal zu gewinnen. Im Detail müssen die Betreuungsmöglichkeiten und die Bedürfnisse der Eltern fortlaufend aufeinander angepasst werden."

CDU: "Entscheidend sind genügend Fachkräfte und eine vorausschauende Planung. Barsinghausen erfüllt aktuell den Rechtsanspruch, doch ab Ende des Jahrzehnts drohen neue Engpässe. Deshalb müssen wir heute handeln: Ausbildung stärken, Fachkräfte gewinnen, wohnortnahe Angebote sichern und den Ganztagsanspruch frühzeitig mitdenken. Familien brauchen Verlässlichkeit – nicht nur auf dem Papier, sondern vor Ort."

Grüne: "Die Entspannung bei der Kita-Platz-Vergabe heißt nicht, dass nicht weiterhin gute Kitaplätze angeboten und ausgebaut werden müssen. Es gibt nach wie vor einen Mangel in Ortsteilen wie Kirchdorf und Egestorf. Hier erwarten wir Ideen von der Stadt und kein Aussitzen des Problems. Faktisch gibt es noch einen Fachkräftemangel – eine Schwierigkeit nicht nur in Barsinghausen. Die Stadt bleibt am Ball und entwickelt sich weiter zu einer attraktiven Arbeitgeberin im Wettstreit mit Nachbarkommunen."