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Sturm Friederike: Feuerwehren ziehen erste Bilanz

Bredenbeck: Noch immer sind die Retter im Einsatz

Region.

Die Feuerwehren in der Region Hannover sind inzwischen nicht mehr nur in Alarmbereitschaft versetzt. Seit einigen Minuten sind die Ehrenamtlichen Feuerwehrleute dazu aufgefordert, die Einsatzleitungen vor Ort in den Gerätehäusern zu besetzen. Die Einsatzleitstelle alarmiert von West nach Ost - so wie auch das Unwetter verläuft.

Barsinghausen. Auch in Barsinghausen gibt es viel zu tun. In der Goethestraße sind die Teerbahnen der Flachdächer von Garagen vom Sturm abgerissen worden. In Egestorf )Die Heide) wurden zwei Hochhausdächer vom Sturm abgedeckt. Im Einsatz sind die Feuerwehren Egestorf, Barsinghausen (speziell Drehleiter und Fachgruppe Absturzsicherung), Kirchdorf, Langreder, Hohenbostel und Großgoltern. Der Einsatz dauert an. Ein Dach ist bereits versorgt, das zweite wird gerade begonnen.

Wennigsen. Erste Einsätze werden bereits abgearbeitet - so ist in Wennigsen in der Hagemannstraße ein Baum auf die Straße gestürzt, den die Feuerwehr nun entfernt. Auch Am Weingarten in Wennigsen fiel ein Baum - und traf nicht nur das Hausdach, sondern auch noch ein Auto (Foto). Die Feuerwehren im Gemeindegebiet hatten bislang acht Einsätze abzuwickeln: drei Mal Wennigsen, drei Mal Bredenbeck, ein Mal Wennigser Mark und ein Mal Evestorf. "Der Boden ist feucht und aufgeweicht, da fallen die Bäume schon schneller", erklärte Gemeinde-Pressesprecher Helge Jakob. In Bredenbeck ist in der Teichstrasde ein Baum durch das Dach eines Hauses geschlagen.

Springe. Sturmtief Friederike hat heute im Stadtgebiet Springe für zahlreiche Feuerwehreinsätze wegen Sturmschäden gesorgt. Zwei Personen wurden verletzt. Insgesamt 50 Einsätze wurden von der örtlichen Einsatzleitung (ELO) disponiert. Die ELO ist bereits gegen 12 Uhr nach einem frühen Unwettervoralarm im Feuerwehrhaus in Springe aufgebaut worden. Die Regionsleitstelle schickt die Notrufe per Fax an die ELO, von hier aus werden die Einsätze an die Ortsfeuerwehren verteilt und organisiert. In allen Ortsteilen kam es zu Schäden durch umgestürzte Bäume und umherfliegende Bauteile. Ein Feuerwehrmann hat sich bei den Einsatzmaßnahmen leicht an der Hand verletzt. Eine Fußgängerin in Eldagsen ist gestürzt und wurde von der Feuerwehr erstversorgt. In Wülfinghausen drohte einer ersten Meldung zufolge eine Reithalle einzustürzen, ein Baufachberater vom THW konnte jedoch Entwarnung geben. In Alferde sind mehrere Ziegel von der Kirche auf den Gehweg gestürzt. Verletzt wurde hier niemand.  Im gesamten Stadtgebiet kam es zu Verkehrsbehinderungen, die B217 war kurzzeitig voll gesperrt, die K213 von Alvesrode Richtung Wisentgehege bleibt voraussichtlich bis morgen gesperrt.

Pattensen. Nach dem Voralarm gegen 8 Uhr löste die Feuerwehreisatzleitstelle gegen 12.30 Uhr Unwetteralarm für die Einsatzleitung auch im Stadtgebiet Pattensen aus. Gegen 14.30 Uhr erfolgten die ersten sturmbedingten Alarme für die Ortsfeuerwehr Pattensen. Mit der Drehleiter musste die Wehr die Kameraden in Arnum unterstützen, da dort aufgrund eines technischen Defektes die Drehleiter ausgefallen war. Hier hatte ein umgestürzter Baum das Dach eines Gebäudes beschädigt. Der Baum wurde abgetragen. Auf der Göttinger Straße, in der Usedomer Straße, Im Bruchweg und einigen anderen Straßen in Pattensen Mitte stürzten bis etwa 17 Uhr viele Bäume um. Im Straßenbereich wurden die Bäume teilweise in Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof zersägt und abtransportiert. In Koldingen versperrt eine umgestürzte Birke die Leineaue. Auch hier wurde die Straße frei gesägt. In Hüpede drohte ein Baum auf ein Wohnhaus zu stürzen. Kameraden der Ortsfeuerwehr Hüpede sicherten den Baum und zersägten ihn. Die Ortsfeuerwehr Oerie sperrte die Turmstraße da dort die Gefahr bestand, dass von einer Scheune Dachziegel auf die Straße fallen. Insgesamt wurden 22 Schadenstellen abgearbeitet. Verletzte gab es nicht. Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Hüpede, Koldingen, Oerie und Pattensen mit 13 Fahrzeugen und insgesamt 60 Feuerwehrleuten.

Hemmingen. Alle vier Ortswehren der Stadt Hemmingen sind seit ca. 12.30 Uhr im Einsatz. Die zentrale Einsatzkoordination wurde am Rathaus eingerichtet. Bisher sind die Wehren zu vier Einsätzen ausgefahren. Laut Feuerwehrsprecher Lennart Fieguth  handelte es sich um herabstürzende Dachziegel, eine Tanne ist auf ein Haus und zweimal  sind Bäume auf Straßen gestürzt. Update. In Hemmingen wurden die Ortswehren bisher zu etwa 20 Einsätzen gerufen (Stand: 15.30 Uhr). Hauptsächlich betroffen vom Sturmtief sind die Ortsteile Hemmingen und Arnum. Bei den Schäden handelt es sich überwiegend um umgestürzte Bäume, herabfallende Äste und losgerissene Dachziegel. 

Laatzen. Sturmtief Friederike hält auch die Feuerwehren Laatzen auf Trab. Zu drei Einsätzen sind die Wehren ausgerückt: Am Bauhaus-Markt wurden Platten von der Fassade auf die Straße gewirbelt und in zwei Altenheimen schlugen jeweils die Brandmeldeanlagen an. Update, 18 Uhr: In der Talstraße Höhe Kapellenbrink ist eine 20 Meter hohe Tanne auf ein Mehrfachfamilienhaus gestürzt. Die Feuerwehr ist zurzeit mit Bergungsarbeiten beschäftigt. Welche Schäden am Haus entstanden sind, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Bis in den späten Abend sind die Laatzener Feuerwehren mehr als 40 Einsätze gefahren.

Gehrden. Insgesamt sind bisher 22 Einsätze für die Feuerwehr in Gehrden angefallen. Beispiele: In der Große Bergstraße/Ecke Teichstraße ist die Feuerwehr im Einsatz. Der Bereich ist gesperrt. Auf einem Mehrfamilienhaus in der Bahnhofstraße sind Dachteile von einer Sturmböhe gelöst worden. Die Feuerwehr sicherte die Dachteile provisorisch und beseitigte so die Gefahrenstelle.

Ronnenberg. Die Feuerwehr Ronnenberg ist bisher rund 25 Einsätze im Stadtgebiet gefahren (Stand 17 Uhr). Nichts Spektakuläres, wie Feuerwehrsprecher Andreas Matuschke sagt, sondern "Baum auf Straße und Baum auf Gebäude". Personen sind bisher nicht zu Schaden gekommen. Die Einsätze werden von der Einsatzleitung zentral vom Gerätehaus aus koordiniert.

Die Redaktionen von con-nect.de und leine-on.de werden den ganzen Tag über berichten, sobald sich Einsatzlagen und Gefahren abzeichnen. Wenn Ihnen Auswirkungen begegnen, schicken Sie uns gerne zum Beispiel ein Foto oder eine Sprachnachricht per WhatsApp an 0174-3787461 oder eine eMail an redaktion(at)con-nect.de.