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Landesarmutskonferenz: Mietanstieg erhöht Armutsrisiko

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Auch 2018 werden Mieten und Energiekosten in Deutschland deutlich steigen. Der Deutsche Mieterbund erwartet weitere Zuwächse von rund fünf Prozent. In Großstädten könnten die Steigerungen zehn Prozent betragen. Die Landesarmutskonferenz (LAK) Niedersachsen sieht in dieser Entwicklung ein wachsendes Armutsrisiko und eine Vertiefung der Spaltung der Gesellschaft. Sie weist daraufhin, dass Obdachlosigkeit zunehmen wird und fordert eine nachhaltige Armutsbekämpfung.

Klaus-Dieter Gleitze, Geschäftsführer der LAK Niedersachsen, betont: „Da auch die Energiekosten um bis zu zehn Prozent steigen dürften, müssen viele Menschen über die Hälfte ihres Einkommens nur für Wohnen aufbringen. Hartz IV Bezieher droht sogar der Verlust ihrer Wohnung, wenn die Kosten der Unterkunft nicht mehr in voller Höhe vom Jobcenter übernommen werden. In Deutschland gibt es aktuell laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe circa 860.000 Wohnungslose und über 50.000 Obdachlose, also Menschen, die auf der Straße leben. Für Niedersachsen gilt jeweils ca. ein Zehntel der Zahlen. Die reale Zahl dürfte angesichts der Dunkelziffer höher liegen und die Tendenz ist deutlich steigend. Es darf nicht sein, dass in einer der reichsten Gesellschaften der Erde jeden Winter Menschen auf der Straße erfrieren.“ Die Landesarmutskonferenz hat am Tag der Menschenrechte, 10. Dezember, mit der Betroffeneninitiative „Gnadenlos Gerecht“ bei einer Mahnwache auf dem Weihnachtsmarkt vor der Marktkirche in Hannover darauf hingewiesen: Wohnen ist ein Menschenrecht.

Klaus-Dieter Gleitze von der LAK unterstreicht: „Wenn die Entwicklung so weitergeht, ist der soziale Frieden in unserem Land gefährdet. Unsere Forderungen sind ein erster Schritt für eine nachhaltige Armutsbekämpfung. Wir fordern:
- Die Kommunen müssen Wohnungen in menschenwürdiger Qualität zur Verfügung stellen
für alle, die das wollen. Der soziale Wohnungsbau muss drastisch erhöht werden.
- Bezieher von Grundsicherung wie Hartz IV dürfen nicht zur Aufgabe ihrer Wohnung
gezwungen werden, nur weil ihre Unterkunftskosten die Obergrenze überschreiten.
- Wir fordern eine Gesetzgebung, die einen einklagbaren Rechtsanspruch auf eine Wohnung
begründet.“
Die LAK arbeitet auch mit dem Armutsnetzwerk zusammen und unterstützt dessen Spendenaufruf „Den Winter überleben“. Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk, der seit vielen Jahren wohnungslos ist, betont: „Das Überleben ist nur möglich, wenn genügend Wärmestuben und Notquartiere für obdachlose Frauen und Männer bereitgestellt werden. Immer mehr Frauen und Männer leben im Freien, unter Brücken, auf Parkbänken, in Hauseingängen, Kanalschächten, UBahn- Tunneln und in unbeheizten Abrisshäusern. Im jedem Winter erfrieren viele wohnungslose Menschen, sie verlieren den täglichen Kampf gegen Kälte, Feuchtigkeit und Frost.“
Spenden bitte an: Armutsnetzwerk e.V., Stichwort „Winter“. IBAN: DE 15 2565 1325 0191 1175 55
Eingehende Spenden werden für Schlafsäcke verwendet.