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Rekord: 347 Brandmeldungen registriert

Foto: pixabay

Region.

Heiße Zeiten in der Waldbrand-Überwachungszentrale in LĂŒneburg: Die Mitarbeiter sind heute nicht nur seit rekordverdĂ€chtigen 83 Tagen im Einsatz. Sie bearbeiten bisher auch 350 Meldungen an die  Leitstelle. Das entspricht 4,3 Meldungen pro Tag. „Wir sind fast pausenlos im Einsatz", sagt Helmut Beuke, Leiter der niedersĂ€chsischen WaldbrandĂŒberwachungszentrale.  Der Höhepunkt sei bisher im Juli gewesen, da verzeichnete er mit seinen Kollegen 6,5 Meldungen pro Tag.

Seit Bestehen des Überwachungssystems im Jahr 2011 gab es noch nie so viele Brandmeldungen durch das automatisierte FrĂŒherkennungssystem. Ab Waldbrandwarnstufe 3 ist die LĂŒneburger Zentrale mit speziell geschulten Forstwirten besetzt. Sie ĂŒberwachen eine FlĂ€che von 10.000 Quadratkilometern, davon etwa 400.000 Hektar Wald im ost-niedersĂ€chsischen Tiefland. Sobald eine der 20 hochempfindlichen Sensoreinheiten an 17 Standorten eine Rauchentwicklung aufgespĂŒrt hat, erfolgt eine automatische Meldung an die Zentrale. Dort wird die Meldung der Livebilder ausgewertet, analysiert und eine exakte Verortung ĂŒber Kreuzpeilung vorgenommen. Bei einem bestĂ€tigten Brandereignis wird sofort die zustĂ€ndige Feuerwehrleitstelle benachrichtigt und mit entsprechenden Informationen versorgt. „Unser Ziel ist es, alle WaldbrĂ€nde so frĂŒh wie möglich zu lokalisieren und erfolgreich zu bekĂ€mpfen. Wir wollen die Entwicklung grĂ¶ĂŸerer Brandereignisse verhindern, um SchĂ€den so gering wie möglich zu halten", sagt Helmut Beuke. Bei guter Sicht sei es möglich, Objekte in einer Entfernung bis zu 65 Kilometer anzusteuern. Die Kameras sind in 30 bis 65 Metern Höhe an Funkmasten oder FeuerwehrtĂŒrmen installiert. Die Sensoren reagieren sensibel auf die VerĂ€nderung von Grautönen, wie bei Rauchwolken.

Die Bilanz aus der bisherigen Waldbrandsaison: Es wurden bereits 248 Brandmeldungen von den eingesetzten LöschkrĂ€ften und Leitstellen mit Art und Umfang des Ereignisses zurĂŒck gemeldet. Darunter waren zehn WaldbrĂ€nde, 49 FeldbrĂ€nde (Getreide, Stoppel, Gras), 15 Landmaschinen, neun GebĂ€ude und 145 BrĂ€nde beim MilitĂ€r auf den TruppenĂŒbungsplĂ€tzen in Bergen, Munster sowie bei Rheinmetall. StaatssekretĂ€r Rainer Beckedorf aus dem Landwirtschaftsministerium lobt die gute Arbeit der seit sieben Jahren reibungslos laufenden Überwachung: „Dank unseres FrĂŒherkennungssystem können wir unsere Risikogebiete optimal kontrollieren und sind auch fĂŒr die derzeitigen extreme Waldbrandwetterlagen bestens aufgestellt." Dennoch sei die Wachsamkeit oberstes Gebot in Niedersachsens WĂ€ldern.