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Umweltausschuss auf Tour durch die Region

Der Umweltausschuss der Region Hannover besichtigte zahlreiche Klimaschutz-Projekte in der Umgebung, darunter auch das Clima-Balance-Haus in Empelde.

Ronnenberg / Springe / Hemmingen.

Der Regionsausschuss fĂĽr Umwelt und Klimaschutz (AUK) reisten gestern durch die Region. Die Mitglieder und Umweltdezernent Axel Priebs machten sich auf den Weg, um Klimaschutz-Projekte zu begutachten. Die von der Klimaschutzleitstelle der Region organisierte Bereisung fĂĽhrte zu Zielen in Hannover, Hemmingen, Ronnenberg und Springe.

Die Stadt Ronnenberg hat in ihrem Klimaschutz-Aktionsprogramm hohe energetische Maßstäbe für Neubaugebiete festgeschrieben. Diese wurden auch beim Bau der insgesamt 72 mietpreisgebundenen Sozialwohnungen und zehn barrierefreien Altenwohnungen am Seegrasweg eingehalten. Die sieben vom Bauunternehmen Immo Control GmbH errichteten Mehrfamilienhäuser erfüllen den KfW-Effizienzhaus-Standard. „Das Projekt zeigt, dass sich bezahlbarer Wohnraum mit anspruchsvollen energetischen Standards realisieren lässt – und zwar in einer kurzen Bauzeit von weniger als einem Jahr“, verdeutlichte Bürgermeisterin Stephanie Harms beim Vor-Ort-Termin. Die sogenannten ClimaBalance-Häuser werden durch Erdwärmepumpen beheizt und durch Photovoltaikanlagen mit selbst erzeugtem Strom versorgt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt in den einzelnen Wohnungen für den notwendigen Frischluftaustausch. Die damit zurückgewonnene Energie wird zur Warmwasseraufbereitung genutzt. „Die neu errichteten Häuser zeigen beeindruckend, wie sich Klimaschutz und preiswerter Mietwohnungsbau miteinander in Einklang bringen lassen“, lobte Rike Arff, Leiterin der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover. Die Region Hannover hat das Projekt über ihr Wohnraumförderprogramm unterstützt.

Das Energie- und Umweltzentrum am Deister wurde 1981 als erstes Bildungszentrum für regenerative Energien und ökologisches Bauen in Deutschland gegründet. „Als anerkanntes Kompetenzzentrum fördern wir den bewussten Umgang mit Energie und der Umwelt sowie das Verständnis für ökologische Zusammenhänge“, erläuterte der 1. Vorsitzende des e.u.z., Wilfried Walther. Das Energie- und Umweltzentrum bietet mit seinen Gebäuden – einem energetisch modernisierten Altbau, seinem Niedrigenergie-Gästehaus und dem Passivhaus-Schulungsgebäude – moderne Bautechnik zum Anfassen. Eine mit Holzpellets betriebene Heizzentrale versorgt die Gebäude über ein Nahwärmenetz mit Wärme. Außerdem sind auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gelände neben unterschiedlichen PV- und Solarthermie-Anlagen diverse Exponate zum ökologischen Bauen zu sehen. Der interaktive Lehrpfad „Energiewende und Nachhaltigkeit“ verdeutlicht den Besuchern des e.u.z. die notwendigen Schritte hin zu einer zukunftsgerechten Lebensweise. „Das Energie- und Umweltzentrum zeigt anschaulich, wie sich Klimaschutzvorhaben und Nachhaltigkeitsaspekte in der Praxis umsetzen lassen. Es freut mich sehr, dass es in der Region Hannover solch ein beispielhaftes Bildungszentrum gibt“, sagte Umweltdezernent Axel Priebs. Während des Besuchs im e.u.z. stellte außerdem Marcus Diekmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Springe GmbH, den Ausschussmitgliedern vor, mit welchen aktuellen Projekten das Unternehmen zum Klimaschutz in der Region beiträgt.

Zum Abschluss besichtigten die Ausschussmitglieder die Firma H. von Roon im Gewerbepark Hemmingen. Inhaber Henning von Roon hat dort Schritt für Schritt ein innovatives Energiekonzept realisiert. Hierzu gehören eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach mit einer Spitzenleistung von 48 Kilowatt-Peak und eine vollautomatische Holzhackschnitzelanlage zur Wärmeversorgung. „Die Hackschnitzel stammen als Restholz aus einem Sägewerk“, berichtete von Roon. Es mache ihm Freude, zukunftsweisende Technologien im eigenen Unternehmen anzuwenden. So auch bei der Beleuchtung des Küchenstudios, die überwiegend über energieeffiziente LED-Leuchten erfolgt. „Es ist wichtig, das Unternehmen aktiv den Klimaschutz unterstützen und mit gutem Beispiel vorangehen“, betonte Prof. Priebs. Zudem werde deutlich, dass sich die Klimaschutztechnologien längst in der Praxis bewährt haben.