Hannover. Das Land Niedersachsen schaltet bei der Sanierung seiner Verkehrswege mehrere Gänge hoch und startet die größte Infrastruktur-Offensive seiner Geschichte. Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hat das Bauprogramm 2026 vorgestellt, das mit einem Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro einen historischen Höchststand erreicht. Dies entspricht einem Mittelaufwuchs von rund 40 Prozent gegenüber den Vorjahren. Unter dem Motto „170 Mio. € | 200 km Straße | 8 Brücken“ setzt das Land ein deutliches Zeichen gegen den Sanierungsstau und für eine moderne Mobilität im Land.
Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Gute Straßen und sichere Brücken sind das Fundament für Wohlstand, Arbeitsplätze und Lebensqualität in einem Flächenland wie Niedersachsen. Mit dem Bauprogramm 2026 gehen wir entschlossen in Vorleistung: Wir sanieren schneller, planen klüger und investieren so viel wie nie zuvor. Das ist ein Kraftpaket für Pendlerinnen und Pendler, für unsere Wirtschaft und für gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land. Niedersachsen baut Zukunft – konkret, sichtbar und verlässlich.“
Das Bauprogramm 2026 in Zahlen: rund 40 Prozent mehr als 2025
Das Budget für 2026 setzt sich aus rund 115 Millionen Euro aus dem Kernhaushalt und weiteren 45 Millionen Euro aus dem Sondervermögen zusammen. Hinzu kommt eine Ausgabereserve von 10 Millionen Euro für maximale Flexibilität. Dies entspricht einem massiven Mittelaufwuchs von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Schwerpunkte:
- Fahrbahnerneuerung: Auf einer Gesamtlänge von rund 200 Kilometern wird die Substanz des Landesstraßennetzes nachhaltig verbessert. In insgesamt 76 großen Einzelbaumaßnahmen wird der Sanierungsstau landesweit systematisch abgebaut.
- Masterplan Brücken: Brücken sind die Nadelöhre unseres Netzes. 2026 stehen acht Großprojekte im Fokus. Dank des Sondervermögens starten drei strategisch wichtige Ersatzneubauten: die Allerbrücke Hodenhagen (L 190), die Okerbrücke bei Groß Schwülper (L 639) sowie die Brücke über die Lapau (L 647).
- Radwege-Offensive: Mit 26,5 Millionen Euro investiert Niedersachsen so viel wie selten zuvor in das Radwegenetz. Wo immer möglich, werden Straßensanierungen genutzt, um Radwege direkt mit zu erneuern – effizient und nutzerfreundlich.
- Starke Meistereien: Erstmalig fließen erhebliche Mittel (75 Millionen Euro bis 2035) in die Standorte und den Fuhrpark der Straßenmeistereien. 14 neue Spezialfahrzeuge werden noch 2026 den Betriebsdienst verstärken.
Praktisch umgesetzt werden die Maßnahmen von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV). Deren Präsident Timo Quander erklärt: „Das Bauprogramm 2026 ist ein großes Stück Arbeit und durchaus eine Herausforderung für uns als Landesbehörde. Diese Aufgabe nehmen wir aber gerne an. Das Bauprogramm eröffnet uns die großartige Chance, unsere Infrastruktur an vielen wichtigen Stellen in einen besseren Zustand zu versetzen.“
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) der Bundesregierung
Möglich wird das Bauprogramm mit zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) der Bundesregierung. Ziel ist, das Sondervermögen innerhalb von sieben Jahren vollständig in konkrete Aufträge umzusetzen – nicht in zwölf Jahren, wie es der maximale Verausgabungszeitraum für das Sondervermögen vorsieht. Insgesamt sollen in diesem Zeitraum 2.000 bis 3.000 Kilometer Landesstraßen ein neues Gesicht erhalten.
Minister Tonne: „Wir werden mit vielen Baustellen leben – und genau das ist ein gutes Zeichen. Baustellen sind sichtbarer Fortschritt. Niedersachsen investiert nicht einfach in Asphalt und Beton, sondern in die Lebensadern unseres Landes.“

