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Hirtenstraße in Wennigsen wird wieder für den Verkehr freigegeben

So (Bild oben) sah die Baustelle zwischenzeitlich aus. Nun (Bild unten) ist die Hirtenstraße wieder geschlossen und bald für den Straßenverkehr wieder frei.

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Wennigsen. Nach umfangreichen Kanal- und Straßenbauarbeiten steht der zweite Bauabschnitt an der nördlichen Hirtenstraße vor dem Abschluss. Am Freitag, 11. September, sollen die Hirtenstraße, die Einmündung zur Bärenkampstraße und die Kreuzung Neustadtstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

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Am Donnerstag, 10. September, finden zunächst die letzten Pflasterarbeiten im Kreuzungsbereich Neustadtstraße/Hirtenstraße statt. Parallel dazu werden die Baustellencontainer und Absperrbaken abtransportiert.

Rund zwei Jahre Bauzeit

Damit endet eine Baumaßnahme, die den Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmern viel Geduld abverlangt hat. Der zweite Bauabschnitt hatte im August 2024 begonnen. Dass die Arbeiten auf dem vergleichsweise kurzen Straßenstück rund zwei Jahre dauerten, lag vor allem an den außergewöhnlich schwierigen Bedingungen vor Ort.

Das Baufeld mitten im historischen Ortskern ist eng, die älteren Gebäude grenzen unmittelbar an die Straße. Deshalb musste besonders vorsichtig und in kleinen Abschnitten gearbeitet werden. Hinzu kamen archäologische Untersuchungen. Sämtliche Erdarbeiten wurden fachlich begleitet und mussten abschnittsweise freigegeben werden.

Historische Kanäle und zahlreiche Leitungen

Eine weitere Herausforderung lag unter der Straße. Dort trafen die Fachleute auf historische Kanäle aus Sandstein und gemauerte Gewölbe sowie auf zahlreiche Leitungen aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Nicht alle waren in Plänen oder Registern verzeichnet. Ihr genauer Verlauf und der Zustand der alten Kanalbauwerke ließen sich vielfach erst nach dem Öffnen der Straße feststellen.

Trinkwasser-, Regenwasser- und Schmutzwasserleitungen sowie Leitungen für Gas, Strom, Glasfaser und Straßenbeleuchtung mussten deshalb neu geordnet und zum Teil zunächst provisorisch verlegt werden. Darüber hinaus wurden sämtliche Hausanschlüsse und Schachtbauwerke im Baubereich erneuert.

Vor dem Spritzenhaus waren dafür bis zu vier Meter tiefe Baugruben notwendig. Auch ein großer Sandfang wurde errichtet und an den Wennigser Mühlbach angeschlossen. Während dieser Arbeiten musste der Mühlbach zeitweise umgepumpt werden.

Wassereinbrüche sorgen für Verzögerungen

Für die größte Verzögerung sorgten massive Wassereinbrüche im Kreuzungsbereich von Hirtenstraße und Neustadtstraße. Vermutlich handelte es sich um Grund- und Schichtenwasser nach länger anhaltenden Regenfällen. Die Baugrube wurde zeitweise überflutet.

Weitere Straßenbereiche konnten nicht geöffnet werden, weil das Wasser den Untergrund aufgeweicht und damit auch die Sicherheit der angrenzenden Gebäude gefährdet hätte.

Nachdem mehrere Lösungsversuche nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten, wurden zwölf Tiefbrunnen gebohrt. Über diese konnte das Wasser schließlich über mehrere Monate kontinuierlich abgepumpt werden.

Die dadurch entstandene Verzögerung führte dazu, dass sich weitere Tiefbauarbeiten in die Wintermonate verschoben und zeitweise witterungsbedingt ruhen mussten.

2,3 Millionen Euro für Straße und Infrastruktur

Die Hirtenstraße liegt im Sanierungsgebiet „Ortsmitte Wennigsen“. Daher wird die Maßnahme mit einem erheblichen Anteil aus Mitteln der Städtebauförderung unterstützt. Die Fördermittel ermöglichen es der Gemeinde, die Straße und die darunterliegende Infrastruktur umfassend und zukunftsfähig zu erneuern.

Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei zehn Prozent der förderfähigen Summe. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro.

Neuer Regenwasserkanal soll bei Starkregen helfen

Mit dem Abschluss der Arbeiten ist nicht nur die Straße erneuert. Auch die unterirdische Infrastruktur wurde grundlegend neu aufgebaut.

Der neue Regenwasserkanal mit einem modernen Stahlbetonrahmenprofil soll den Abfluss bei Starkregen verbessern. Zugleich wurden die übrigen Leitungen neu geordnet und zahlreiche Hausanschlüsse erneuert. Damit soll die Infrastruktur in der Hirtenstraße für die kommenden Jahrzehnte gerüstet sein.

Weitere Baumaßnahmen in Planung

Aktuell ist die Asphaltierung am Feuerwehrplatz noch provisorisch. Ab 2027 sollen die Arbeiten hier weitergehen. Auch hier folgen Kanalbauarbeiten und der gesamte Platz soll in Pflasterbauweise die Aufenthaltsqualität steigern und vielleicht auch wieder als Veranstaltungsort für z.B. den Weihnachtsmarkt dienen können.

Bis 2030 soll das Sanierungsgebiet Innenstadt abgeschlossen sein. Dazu gehören noch der sogenannte Heitmüller-Parkplatz und der ‚Schulweg‘ an der Grundschule.

In sechs Wochen sollen die Arbeiten an der Danquardstraße in Degersen abgeschlossen sein und die Möllerburgkreuzung vollständig geöffnet werden.

Der weitere Verlauf der Hirtenstraße bis zum Wehweg soll zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls noch saniert werden. Pläne gibt es noch nicht.

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