Eckerde. Der Neubau des Wasserwerks Eckerde nimmt weiter Gestalt an. Die Stadtwerke Barsinghausen modernisieren mit dem rund 36 Millionen Euro teuren Projekt einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Trinkwasserversorgung. Mittlerweile sind wesentliche Bauarbeiten bereits abgeschlossen, was ein Besuch vor Ort zeigt. Als nächster großer Schritt steht die Montage der Stahlkonstruktion für die Anlagenhalle an. Die Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks ist für 2029 geplant.
Hauptgebäude weitgehend fertiggestellt
Das Kellergeschoss ist fertiggestellt, auch das Hauptgebäude befindet sich auf einem guten Weg. Die Fassaden- und Innenausbauarbeiten gehen in die letzten Bauabschnitte. Damit schreitet der bauliche Teil des Projekts weiter voran.
Auch wichtige Arbeiten rund um die Baugrube sind abgeschlossen. Die zur Trockenlegung erforderliche Wasserhaltung wurde Anfang Juni beendet. Im August wurden zudem die Spundwände nach Abschluss der Tiefbauarbeiten vollständig zurückgebaut.
Die Arbeiten am Eluat-Behälter einschließlich seiner PE-Auskleidung sind ebenfalls abgeschlossen. An den Wasserbehältern laufen unterdessen die Beschichtungsarbeiten. Die erste Wasserkammer ist bereits fertiggestellt.
Als Nächstes folgt die Anlagenhalle
Ein wichtiger nächster Meilenstein wird die Montage der Stahlkonstruktion für die Anlagenhalle sein. Hier laufen die Arbeiten aktuell auf Hochtouren. Danach sollen die verfahrenstechnischen Anlagen und Behälter eingebaut werden. Mit der Anlieferung der großen Aufbereitungskessel wird in den nächsten sechs bis sieben Wochen gerechnet. Leider kam es bei der Planung des Schwerlasttransports zu logistischen Problemen. Mit weiteren Straßensperrungen vor der Baustelle sollen Bürger nicht rechnen.
Bis Ende 2026 sollen wesentliche Rohbau- und Ausbauarbeiten abgeschlossen sein. In rund zwei Wochen sollen Fenster im Hauptgebäude eingesetzt und der Rohbau dicht gemacht werden. Außerdem sollen dann die Voraussetzungen für den technischen Innenausbau geschaffen werden.
Mehr Leistung und deutlich mehr Speicherkapazität
Mit dem Neubau des Wasserwerks soll die Trinkwasserversorgung in Barsinghausen leistungsfähiger und betriebssicherer werden. Im Wasserwerk wird das in Eckerde gewonnene Grundwasser aufbereitet und anschließend mit Quellwasser aus dem Deister gemischt. Gemeinsam mit der parallel entstehenden Transportleitung soll das Projekt die Versorgungs- und Betriebssicherheit erhöhen.
Die geplante Aufbereitungsleistung steigt von bislang 300 auf künftig 490 Kubikmeter pro Stunde. Auch das Speichervolumen wird deutlich vergrößert: Statt bisher 600 Kubikmetern sollen künftig 3.000 Kubikmeter zur Verfügung stehen. So soll eine Speicherung möglich werden, denn aktuell geht das aufbereitete Wasser nahezu direkt in die Leitungen. Das neue Wasserwerk ist auf die Versorgung von rund 37.000 Einwohnern ausgelegt.
Kostensteigerungen auf rund 36 Millionen Euro
Die Gesamtinvestition wird derzeit mit rund 36 Millionen Euro beziffert. Ursprünglich lagen die angesetzten Kosten bei 24 Millionen Euro. Aufgrund der nötigen Maßnahmen zur PFAS-Beseitigung (knapp 5 Millionen Euro) und die Trockenlegung der Baustelle mit Spundwänden (knapp 6 Millionen Euro) hat zu den Kostensteigerungen geführt. Die endgültige Summe hängt allerdings noch von Gewerken ab, die bislang nicht beauftragt wurden.
Diese Kostensteigerungen sollen auch auf den Wasserpreis Einfluss haben. So wird aktuell damit gerechnet, dass der Preis von 3,17 Euro pro Kubikmeter auf über 4 Euro pro Kubikmeter steigen wird. „Preislich liegen wir damit immer noch auf einem guten Niveau in der Region“, erklärt Shteryo Shterev, Geschäftsführer Stadtwerke Barsinghausen, „Mit dem Neubau und der ergänzenden Transportleitung schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung in Barsinghausen. Dies tun wir vorrausschauend und ist so andernorts noch nicht erfolgt.“
Inwieweit Mehrkosten auf Planer und Verursacher abgegeben werden könnten, oder durch Versicherungen übernommen werden könnten, soll im Nachgang geprüft werden, so Shterev weiter.
Bis zur geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2029 stehen noch der weitere Ausbau des Gebäudes und die Installation der technischen Anlagen an.


