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Podiumsdiskussion von ‚Basche erneuerbar‘: Solar, Windkraft und die S-Bahn Thema der Parteien

Klimaschutz in Barsinghausen: Parteien diskutieren über Solar, Wärme und Mobilität.

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Barsinghausen. In einer Diskussionsrunde wurden am Donnerstagabend verschiedene Themen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Mobilität in Barsinghausen behandelt. Die Teilnehmer von SPD, CDU, Grünen, Aktiv für Barsinghausen und FDP äußerten sich zu den Erfolgen und Herausforderungen im Bereich Klimaschutz, insbesondere zur Nutzung von Photovoltaikanlagen und der kommunalen Wärmeplanung. Zur Gesprächsrund hatte der Verein 'Basche erneuerbar' in die Krawatte eingeladen. Aufgrund vieler Zuschauer mussten die Organisatoren noch einige Stühle holen.

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Moderator Jan Sedelis und Udo Sahling, Vorstandsvorsitzender von ‚Basche erneuerbar‘ und gleichzeitig Vorstand bei ENER:GO Calenberger Land, begrüßten ein volles Haus in der Kulturfabrik Krawatte. Auf eine lange Vorstellungsrunde der Teilnehmer Roman Schwikowski (SPD), Gerald Schroth (CDU), Andreas Brinkmann (Grüne), Thomas Struß (AFB-WG) und Stig Unger (FDP) wurde verzichtet, um gleich in die Diskussion zu starten. Die AfD wurde nicht eingeladen, erklärte Sahling, da die Partei Klimaziele, Erkenntnisse zum Klimawandel und erneuerbare Energien ohnehin ablehne. „Wir haben bewusst die umweltpolitischen Sprecher der Parteien eingeladen, um darüber zu sprechen, was kann und will die Politik in Barsinghausen bewegen und wie kann man in Zukunft besser zusammenarbeiten“, so Sahling.

In der Diskussion wurde betont, dass eine bessere Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs und der Radverkehr gefördert werden müssen, um die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu steigern. Man war sich einig, dass man sich zusammen mit allen Deisterkommunen für eine funktionsfähige S-Bahn einsetzen müsse sowie eine möglichst zügige Verknüpfung von Sprinti mit den S-Bahnhaltestellen in Weetzen, Bad Nenndorf und Wunstorf, um die Defizite auf der S-Bahnstrecke Hannover-Haste zumindest kurzfristig ein wenig aufzufangen.

Zudem wurden Vorschläge zur Installation und einer nutzerfreundlicheren Verteilung von E-Ladesäulen für Elektrofahrzeuge und das Aufstellen von mehr Fahrradbügeln in der Stadt gemacht. Die Notwendigkeit einer Strategie zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Infrastruktur wurde hervorgehoben. Es gab auch Bedenken hinsichtlich der Bürokratie und der Umsetzung von Projekten, die oft zu langsam vorankommen. Schließlich wurde die Bedeutung der Bürgerbeteiligung und der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft betont, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Moderator Sedelis wollte darüber hinaus u. a. wissen, was in der vergangenen Legislaturperiode bezüglich Klimaschutz wirklich gut funktioniert hat und worauf die Teilnehmer stolz sind.

Roman Schwikowski (SPD): „Worauf ich stolz bin, ist, dass wir das Klärwerk in Eckerde mit Solar ausgestattet haben und somit ein großer Teil des Energiebedarfs selbst erzeugt wird und Kosten senkt. Darüber hinaus haben wir viele Einzelprojekte auf den Weg gebracht, darunter die Förderung von Balkonkraftwerken für die Bürger.“

Andreas Brinkmann (Grüne): „Es gibt ja immer ein Gemisch zwischen dem, was die Stadt machen kann und dem, was Bürger beitragen können. Wir haben versucht, beides ein bisschen zu tun. Es gibt die Förderung für Balkonkraftwerke, die in Barsinghausen aufgelegt wurde und die erfolgreich war. Dem folgte eine Förderung für private Zisternenanlagen. In Richtung Klimaschutz, Klimaresilienz gibt es nun Möglichkeiten, die geschaffen wurden, um da aktiv mitzuarbeiten. Wir haben auch das Budget für die Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden von 50.000 Euro auf 100.000 Euro erhöht. Es wurden auch 40.000 Euro für mehr Grün in der Stadt in den Haushalt eingestellt. Leider liegt die Quote in der Region für erneuerbare Energie derzeit immer noch bei nur 30 Prozent.“

Gerald Schroth (CDU): „Der Klimabeirat war mal ein Antrag der CDU-Fraktion, weil wir gesagt haben, wir müssen da etwas tun an der Stelle. Für uns ist es daher selbstverständlich, dass wir daran weiter teilnehmen. Auch die kommunale Wärmeplanung haben wir beantragt und die ist auch umgesetzt worden – auch wenn es lange gedauert hat. Wir müssen darauf achten, dass dieses Thema auch gelebt wird und Ideen nicht einfach in der Schublade verschwinden. Gescheitert sind wir leider mit einem Antrag, noch mehr kommunale Dächer mit Solar auszustatten. Da müssen wir noch einmal ran.“

Thomas Struß (AFB-WG): „Ich arbeite auch im Klimabeirat mit. Und was ich noch bin, ich bin ein begeisterter Radfahrer, das ist natürlich auch ein ganz großes Thema, wo wir noch mal drüber sprechen können. Grundsätzlich gibt es viele gute Ideen, aber die Verzahnung aller Beteiligten funktioniert noch nicht. Viel ist beim Thema Solar passiert, das sieht man, wenn man durch die Stadt geht, leider ist beim Thema Verkehr wenig passiert, da sollte Mobilität grundsätzlich neu gedacht werden. Aber das muss man wollen, wir sind da mit unseren dahingehenden Anträgen im Rat gescheitert.“

Stig Unger (FDP): „Mein Hintergrund ist, dass ich früher Marineoffizier war und viel um die Welt gekommen bin. Ich war mit den Schiffen unterwegs, ich war in vielen verschiedenen Ländern und habe erleben können, wie es dort vor Ort aussieht und wie auch dort die Umwelt in vielen Dingen leidet und leiden muss und geschädigt wird und denke, da muss auch was passieren. Wir reden in Barsinghausen über tolle Einzelprojekte, die alle sinnvoll sind, auch nicht schlecht sind, aber es fehlt an einem Gesamtkonzept. Wo wollen wir hin? Wen brauchen wir dafür? Was kostet uns das? Das ist de facto nicht da und sollte in der neuen Legislaturperiode geändert werden.“

Moderator Sedelis wollte auch auf das Thema Windkraft eingehen und wissen, wie man bei der Bevölkerung mehr Akzeptanz schaffen könne.

Stig Unger (FDP): „Als Marineoffizier habe ich viele Offshore-Anlagen gesehen und die sind super und sinnvoll. Auf dem Land haben wir aber die Frage der Fundamente, Schlagschatten, Lärm und dass die Region Naturschutzgebiete für die Windkraft öffnet. Das müssen wir alles betrachten und den Bürger anhören.“

Andreas Brinkmann (Grüne): „Eine Studie vom Bundeswirtschaftsministerium besagt, dass es im Norden noch viele Potenzialflächen gibt. Positiv für die Bürger ist, dass sie durch Genossenschaften von den Anlagen profitieren können und auch Kommunen können Einnahmen generieren. Ja, es gibt eine Konkurrenz bei der Flächennutzung, aber diese Probleme lassen sich lösen.“

Gerald Schroth (CDU): „Die Gespräche über Windräder werden schnell emotional. Ja, sie generieren Gelder, aber die Diskussionen werden schwierig, wenn Bürger die Anlagen vor die Haustür bekommen. Da muss man die Bürger mitnehmen, auch wenn die Anlagen kein schönes Landschaftsbild abgeben. Wichtig sollte sein, dass der Ausbau ausgeglichen zwischen Städten und ländlichem Raum stattfindet.“

Thomas Struß (AFB-WG): „Bei dem Thema gibt es eine große Betroffenheit. Bürger müssen durch Informationsveranstaltungen mitgenommen werden. Mich wundern aber auch die Einschränkungen, die es immer gibt, wo wir doch in der Region viele alte Militärstandorte haben, die nutzbar wären, ohne auf Ackerflächen zu müssen.“

Roman Schwikowski (SPD): „Natürlich gibt es viele, die gegen Windkraft sind, meinem Empfinden nach, gibt es aber auch viele, die das gut finden und nichts gegen Anlagen im Blickfeld haben. Daher sehe ich grundsätzlich eine wachsende Akzeptanz. Schön wäre, wenn noch mehr Gewerbe auf das Thema anspringen würde und sich beteiligen würde.“

Einig waren sich die Beteiligten, dass auch die Stadt eine Vorbildfunktion habe und eigene Gebäude entsprechend ausstatten sollte. Zum Thema Wärmegewinnung aus dem Schacht IV bei Eckerde sei es wichtig, die Bürger rechtzeitig zu informieren, damit diese Erneuerungen bei Heizungen entsprechend planen könnten und auch darüber informiert werden, wie lange die Nahwärme nutzbar sei, sonst bringe das Thema zu viel Verwirrung.

Udo Sahling bedankte sich abschließend bei Jan Sedelis für die gelungene Moderation und bei den Teilnehmern für die Debatte und nicht zuletzt beim Publikum, das sich durch Fragen und Anregungen in die Debatte eingebracht hatte.

Von den Zukunftswünschen der Politiker nahm er den Wunsch auf, die Erschließung der öffentlichen Dachflächen mit PV-Anlagen jetzt endlich voranzutreiben, da die Stadt Barsinghausen Mitglied bei der Energiegenossenschaft geworden sei und allen Parteien dieses Thema so offensichtlich am Herzen läge.